Microsoft Aktie: Günstig wie seit Jahren nicht

Microsoft notiert mit dem niedrigsten KGV seit Jahren, während Cloud-Umsatz und Gewinne weiterhin stark wachsen. Die KI-Investitionen und die Copilot-Adoption stehen im Fokus der Anleger.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Bewertung auf niedrigstem Stand seit über drei Jahren
  • Cloud-Umsatz übersteigt 50 Milliarden Dollar
  • Copilot-Penetration liegt aktuell bei 3,7 Prozent
  • Quartalsdividende von 0,91 Dollar je Aktie bestätigt

Microsoft hat das schlechteste Jahresauftakt-Quartal seit der Finanzkrise 2008 hinter sich. Während der breite Markt kaum vom Allzeithoch entfernt notiert, liegt die Aktie rund 25 Prozent darunter — eine Lücke, die Marktbeobachter aufhorchen lässt. Gleichzeitig meldete der Konzern starke operative Zahlen. Wie passt das zusammen?

Bewertung auf Mehrjahrestief

Der Kursrückgang hat die Bewertung deutlich komprimiert. Auf Basis der vergangenen vier Quartale erzielt Microsoft einen Gewinn von 15,98 Dollar je Aktie — das ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,3, den niedrigsten Wert seit über drei Jahren. Zu Jahresbeginn war die Aktie noch mit dem rund 35-fachen Jahresgewinn bewertet. Zum Vergleich: Der Nasdaq-100 wird aktuell mit dem 31,8-fachen Gewinn gehandelt — Microsoft ist damit günstiger als der Index.

Hintergrund des Ausverkaufs sind Sorgen über die Rentabilität der KI-Investitionen. Software-Aktien stehen generell unter Druck, weil Anleger befürchten, dass KI das klassische Enterprise-Software-Geschäft langfristig aushöhlt.

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Starkes Geschäft, zögerliche Copilot-Adoption

Das operative Geschäft liefert derweil solide Zahlen. Im jüngsten Quartal überstieg der Cloud-Umsatz die Marke von 50 Milliarden Dollar, der Gesamtumsatz wuchs um 17 Prozent, das Betriebsergebnis um 21 Prozent, und der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 24 Prozent zu. Azure wächst seit mindestens drei Quartalen in Folge mit über 39 Prozent — und das Management spricht von einer Nachfrage, die das verfügbare Angebot übersteigt.

Weniger überzeugend ist bislang die Durchdringung mit Copilot. Von weltweit über 400 Millionen Microsoft-365-Lizenzen wurden im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erst 15 Millionen auf Copilot aufgerüstet — eine Penetrationsrate von 3,7 Prozent. Immerhin: Im Jahresvergleich entspricht das einem Anstieg von 160 Prozent.

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Dividende und nächste Quartalszahlen

Am 10. März bestätigte der Verwaltungsrat eine Quartalsdividende von 0,91 Dollar je Aktie, zahlbar am 11. Juni 2026 an Aktionäre, die am 21. Mai im Register stehen. Das Sicherheitssegment nähert sich unterdessen einem Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar — getrieben von steigender Nachfrage nach KI-gestützten Abwehrlösungen.

Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die KI-Ausgaben langsam in beschleunigtes Umsatzwachstum münden. Angesichts der deutlich gesunkenen Bewertung, stabiler Cashflows und einer bestätigten Dividende ist die Ausgangslage für diesen Test zumindest günstiger als noch zu Jahresbeginn.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.