Microsoft Aktie: Investitionen fressen Cashflow

Microsofts massive Infrastrukturausgaben für KI-Anwendungen führen zu einem stark gesunkenen freien Cashflow und belasten die Aktienbewertung, trotz anhaltenden Umsatzwachstums.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Freier Cashflow sinkt auf 5,9 Milliarden Dollar
  • Investitionsausgaben explodieren um 89 Prozent
  • Aktienbewertung auf Sieben-Jahres-Tief
  • Starker Anstieg bei Copilot-Nutzern

Microsoft verzeichnet weiterhin ein starkes Umsatzwachstum, zahlt dafür allerdings einen hohen Preis. Während das Cloud-Geschäft floriert, schmelzen die frei verfügbaren Barmittel des Technologiekonzerns in rasantem Tempo dahin. Ursache für diese Diskrepanz sind gigantische Infrastruktur-Ausgaben, um den gewaltigen Rechenbedarf für neue KI-Anwendungen zu decken.

Diese finanzielle Anspannung hinterlässt deutliche Spuren an der Börse. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 322,45 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von gut 20 Prozent. Damit wird der Konzern aktuell nur noch mit dem 21-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet – dem niedrigsten Niveau seit etwa sieben Jahren. Anleger betrachten die massiven Ausgaben zunehmend kritisch.

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Milliarden für die Infrastruktur

Im vergangenen Quartal übertraf Microsoft zwar die Gewinnerwartungen, ein anderer Wert rückte jedoch in den Vordergrund. Die Investitionsausgaben schossen im Jahresvergleich um 89 Prozent auf knapp 30 Milliarden US-Dollar nach oben. Gleichzeitig fiel der freie Cashflow auf 5,9 Milliarden US-Dollar. Das Management forciert den Ausbau der Azure-Plattform und der KI-Rechenkapazitäten mit Investitionen von anvisierten 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Analysten von Barclays rechnen damit, dass der freie Cashflow im laufenden Jahr 2026 um rund 28 Prozent sinken wird, bevor 2027 eine Erholung eintreten könnte.

Engpässe und Marktanteile

Das operative Geschäft wächst derweil weiter. Der Gesamtumsatz stieg zuletzt um 17 Prozent auf über 81 Milliarden US-Dollar. Allerdings bremst sich Microsoft beim Cloud-Dienst Azure teilweise selbst aus. Um die interne KI-Entwicklung voranzutreiben, reservierte das Unternehmen zuletzt Rechenzentrumskapazitäten für sich selbst, anstatt diese an externe Kunden zu vermieten.

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Auch bei der KI-Assistenzsoftware Copilot zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar stieg die Zahl der zahlenden Nutzer im Jahresvergleich um 160 Prozent auf 15 Millionen. Gemessen an der Basis von 450 Millionen Microsoft-365-Kunden ist die Durchdringung jedoch gering. Jüngste Marktforschungsdaten deuten zudem darauf hin, dass Copilot im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie ChatGPT Anteile bei zahlenden Abonnenten verliert.

Blick auf das dritte Quartal

Für das im April anstehende dritte Geschäftsquartal peilt das Management einen Gesamtumsatz von rund 81,2 Milliarden US-Dollar an, was einem Wachstum von etwa 16 Prozent entspräche. Eine wichtige Stütze für diese Prognose bildet der Auftragsbestand von 625 Milliarden US-Dollar, von dem ein Viertel innerhalb der nächsten zwölf Monate umsatzwirksam wird. Diese vertraglich zugesicherten Einnahmen bieten dem Konzern eine hohe Planungssicherheit, während er die teure Skalierung seiner KI-Infrastruktur weiter vorantreibt. Trotz der aktuellen Cashflow-Belastung hält das Unternehmen an seiner Dividendenpolitik fest und zahlt im Juni 0,91 US-Dollar je Aktie aus.

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