Während Microsoft mit Milliarden-Deals die KI-Infrastruktur ausbaut, sorgt die Gaming-Sparte für massiven Ärger bei den Kunden. Der Tech-Riese steckt in einem klassischen Zwei-Fronten-Krieg: Einerseits der Kampf um die Vorherrschaft in der künstlichen Intelligenz, andererseits ein Shitstorm wegen drastischer Preiserhöhungen. Kann das Unternehmen beide Baustellen gleichzeitig meistern?

KI-Offensive: 17 Milliarden für Rechenpower

Microsoft geht in die Offensive: Mit einer 17,4-Milliarden-Dollar-Partnerschaft mit Nebius sichert sich der Konzern Zugang zu über 100.000 Nvidia-GB300-Chips. Der Fünf-Jahres-Deal adressiert die akuten Engpässe in den Rechenzentren und ermöglicht Microsoft, interne KI-Arbeitslasten auszulagern. So bleibt die eigene Infrastruktur für Cloud-Dienste und OpenAI-Modelle reserviert.

Insgesamt hat Microsoft bereits über 33 Milliarden Dollar in Neocloud-Partnerschaften investiert – eine Strategie, die den Konzern von Wettbewerbern wie Amazon und Alphabet abhebt. Cloud-Chef Scott Guthrie bezeichnet das Vorgehen als „Land-Grab-Mode“: Man will KI-Kapazitäten so schnell wie möglich skalieren.

Gaming-Debakel: 50% teurer

Während die KI-Strategie Fahrt aufnimmt, gerät die Gaming-Sparte unter Beschuss. Die Erhöhung der Xbox Game Pass Ultimate-Preise von 19,99 auf 29,99 Dollar – satte 50% mehr – löste einen Sturm der Entrüstung aus. Langjährige Abonnenten kündigen ihre Mitgliedschaften, Social Media platzt vor negativen Reaktionen.

Hinter der Preispolitik vermuten Beobachter den Versuch, die milliardenschwere Activision-Blizzard-Übernahme zu refinanzieren. Nach mehreren Konsolen-Preiserhöhungen in diesem Jahr treibt Microsoft die Monetarisierung im Gaming-Bereich aggressiv voran – auf Kosten der Kundenloyalität.

Zwei Geschwindigkeiten

Microsofts aktuelle Situation zeigt zwei Gesichter: Während das Unternehmen im KI-Bereich mit strategischen Partnerschaften und massiven Investitionen punkten kann, riskiert es im Consumer-Geschäft den Bruch mit der Stammkundschaft. Die Frage ist, welcher Effekt langfristig überwiegt – der KI-Boom oder der Gaming-Ärger?