Microsoft Aktie: KI-Umsatz oder KI-Versprechen?

Microsoft verzeichnet starkes Cloud- und KI-Abonnementwachstum, doch die aktive Nutzung von Copilot in Unternehmen liegt deutlich unter der von ChatGPT. Der Markt wartet auf die Umsetzung der Lizenzen in messbare Umsätze.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Starkes Umsatzwachstum im Cloud-Bereich
  • Copilot-Lizenzen steigen, Nutzung bleibt gering
  • GitHub Copilot als erfolgreicher Wachstumstreiber
  • Azure als Rückgrat der KI-Monetarisierung

Microsoft hat 2026 bislang einen schwierigen Kursstart erlebt — rund 14 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Gleichzeitig liefern die Geschäftszahlen ein anderes Bild: starkes Wachstum bei Umsatz, Cloud und KI-Abonnements. Der Widerspruch zwischen Kursperformance und operativer Stärke wirft eine konkrete Frage auf: Wann schlägt die KI-Strategie tatsächlich auf den Gewinn je Nutzer durch?

Copilot wächst — aber nutzen es die Leute wirklich?

Im zweiten Fiskalquartal (bis Ende Dezember 2025) stieg der Umsatz um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das operative Ergebnis kletterte um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar. Das Cloud-Geschäft überschritt erstmals die Marke von 50 Milliarden Dollar pro Quartal und erreichte 51,5 Milliarden Dollar — ein Plus von 26 Prozent.

Microsoft 365 Copilot zählte zum Quartalsende rund 15 Millionen bezahlte Nutzer, ein Anstieg von über 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klingt eindrucksvoll. Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Recon Analytics unter mehr als 150.000 US-Nutzern zeigt jedoch: Nur 35,8 Prozent der Mitarbeiter, die Zugang zu Copilot haben, nutzen das Tool auch aktiv. Bei ChatGPT liegt diese Quote bei 83,1 Prozent.

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Das bedeutet: Viele Unternehmen haben Lizenzen gekauft, aber noch keine unternehmensweite Einführung vollzogen. Microsoft selbst beschreibt die aktuelle Phase als „Seat-Add und Expansion“ — Lizenzen werden erworben, die breite Nutzung folgt erst noch.

GitHub Copilot und Azure als Wachstumstreiber

Ein deutlich stärkeres Bild zeigt GitHub Copilot. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg von 1,8 Millionen im Geschäftsjahr 2024 auf 4,7 Millionen bis Januar 2026 — eine Verdreifachung. Das Produkt ist inzwischen bei rund 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen im Einsatz.

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Azure bleibt das Rückgrat der KI-Monetarisierung. Der Umsatz mit Azure und anderen Cloud-Diensten wuchs im zweiten Fiskalquartal um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über die Azure AI Foundry-Plattform stehen mehr als 11.000 Modelle verschiedener Anbieter bereit — darunter OpenAI, DeepSeek, Meta und Anthropic. 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen nutzen Foundry bereits für ihre KI-Workloads.

Strategie und Ausblick

Microsoft verfolgt bewusst einen modellneutralen Ansatz: Trotz einer Beteiligung von 27 Prozent an OpenAI hostet das Unternehmen auch konkurrierende Modelle wie Grok von xAI oder Anthropics Claude. Nutzer sollen zwischen Anbietern wählen können — Microsoft verdient an der Infrastruktur, unabhängig vom Modell.

Für das dritte Fiskalquartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar sowie ein Azure-Wachstum von 37 bis 38 Prozent in konstanter Währung. Die Quartalszahlen werden Ende April 2026 erwartet und werden zeigen, ob die stark gestiegenen Lizenzzahlen bei Copilot nun auch zu einem messbaren Anstieg des durchschnittlichen Umsatzes je Nutzer führen — genau das, worauf der Markt wartet.

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