Fast ein Viertel unter dem 52-Wochen-Hoch, ein Bewertungsniveau wie zuletzt 2017 — und das bei zweistelligem Umsatzwachstum. Bei Microsoft klafft die Lücke zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung so weit wie seit Jahren nicht.
281 Milliarden Dollar auf wackligem Fundament
Der Kern des Problems ist ein einzelner Name: OpenAI. Von Microsofts rekordhohem Cloud-Auftragsbestand in Höhe von 625 Milliarden Dollar entfallen 45 Prozent — rund 281 Milliarden Dollar — auf den ChatGPT-Entwickler. Das wäre eine beeindruckende Partnerschaft, wenn die Zahlen stabil wären.
Sind sie aber nicht. OpenAI hat im Februar angekündigt, bis 2030 nur noch rund 600 Milliarden Dollar für Rechenkapazität auszugeben — statt der ursprünglich geplanten 1,4 Billionen Dollar. Dieser Schnitt trifft direkt den Wert von Microsofts Auftragsbestand. Ob und wie das Unternehmen diesen Überhang bereinigt, dürfte die entscheidende Frage am 29. April sein.
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Azure wächst — aber reicht das?
Die operative Seite liefert. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Umsatz um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar. Azure legte in beiden ersten Quartalen jeweils mindestens 39 Prozent zu. Das Unternehmen baut Rechenzentren, so schnell es kann — und kommt trotzdem nicht hinterher.
Für das dritte Quartal erwarten Analysten ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,04 Dollar, ein Plus von knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Azure-Wachstum soll laut Unternehmensführung bei 37 bis 38 Prozent liegen. Verfehlt Microsoft diese Spanne, dürfte der Druck auf die Aktie weiter steigen.
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Kapitalausgaben bleiben ein weiterer Belastungsfaktor. Allein im zweiten Quartal flossen 37,5 Milliarden Dollar in Investitionen — 66 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf Jahressicht steuert Microsoft auf rund 100 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben zu.
Günstig — aber aus gutem Grund?
Die Aktie notiert aktuell bei rund 356 Euro und damit fast 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Um wieder auf das Fünfjahresdurchschnitts-KGV von 32,9 zu kommen, bräuchte es ein Kursplus von 24 Prozent. Das ist kein Wunder angesichts der offenen Fragen — aber es zeigt auch, wie viel Pessimismus bereits eingepreist ist.
Am 29. April nach US-Börsenschluss legt Microsoft seine Quartalszahlen vor. Neben dem OpenAI-Backlog beobachten Investoren vor allem das Wachstum zahlender Copilot-Nutzer innerhalb von Microsoft 365. Bestätigt sich dort eine echte Monetarisierung der KI-Investitionen, könnte das die Neubewertung einleiten, auf die viele warten.
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