Microsoft zieht zwei Tage vor den Quartalszahlen alle Register. Der Konzern stellt eine neue Sicherheitsplattform vor und vertieft seine Milliarden-Investitionen in Europa. Anleger honorieren das am Montag mit einem Kursplus von 1,94 Prozent auf 342,25 Euro.

Neue Security-Plattform „Perception“

Am Montag kündigte Microsoft die Vorschau seiner neuen Sicherheitsplattform „Perception“ an. Ab dem 3. August erhalten Unternehmenskunden damit eine zentrale Übersicht über die KI-gestützten Sicherheitswerkzeuge des Konzerns. Verschiedene Komponenten laufen künftig in einem sogenannten „Security Graph“ zusammen. Das soll Sicherheitsteams helfen, Cyberangriffe schneller zu erkennen und zu stoppen.

Der Schritt folgt auf einen Rekord-Patch-Zyklus im Juli, bei dem Microsoft 622 Sicherheitslücken schloss. Branchenanalysten werten die Bündelung als Reaktion auf die wachsende Geschwindigkeit KI-gestützter Cyberangriffe. Parallel zum Sicherheits-Vorstoß meldeten allerdings tausende Nutzer Login- und Zugriffsprobleme bei Xbox Live — die Störung zog sich bis in die frühen Dienstagstunden.

Milliarden-Deal mit Mistral in Europa

Microsoft bestätigte zudem Details einer erweiterten Partnerschaft mit dem französischen KI-Entwickler Mistral. Der Konzern verpflichtet sich zu einem milliardenschweren Investment in Mistrals wachsende GPU-Infrastruktur. Im Zentrum steht der Einsatz tausender Nvidia-Vera-Rubin-Chips, die die Rechenkapazität für KI-Entwicklung deutlich erhöhen sollen.

Ein zentrales Ziel dabei: sogenannte „souveräne KI“. Über Mistrals französische Rechenzentren kann Microsoft seinen Azure-Kunden — vor allem in stark regulierten Branchen — Large-Language-Models anbieten, ohne dass Daten die europäischen Grenzen verlassen. Das passt zur breiteren Europa-Strategie des Konzerns, zu der zuletzt auch Grundstückskäufe im deutschen Grevenbroich für künftige Rechenzentren gehörten.

Zahlen am Mittwoch als Belastungsprobe

Der eigentliche Testfall folgt am Mittwoch, den 29. Juli. Dann legt Microsoft die Ergebnisse für das am 30. Juni beendete Quartal vor. Analysten erwarten im Konsens einen Umsatz von rund 87,7 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 4,24 Dollar.

Der Bericht gilt als Belastungsprobe für die milliardenschweren KI-Investitionen des Konzerns. Microsoft hatte für das Kalenderjahr 2026 Investitionsausgaben von rund 190 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Nach der jüngsten Verkaufswelle im Tech-Sektor — ausgelöst durch Zweifel an der kurzfristigen Rendite solcher Infrastruktur-Ausgaben — dürfte die Ausblick-Guidance für das Geschäftsjahr 2027 besonders genau geprüft werden.

Trotz der Erholung am Montag notiert die Aktie noch 28,41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro aus dem Oktober 2025. Der RSI von 50,8 signalisiert dabei neutrales Terrain, ohne klare Richtung nach oben oder unten.

Wie stark Azure wächst und was Copilot zum Umsatz beiträgt — diese beiden Werte dürften am Mittwoch über die Kursreaktion entscheiden. Der Markt hat die Messlatte mit einem Gewinn je Aktie von 4,24 Dollar bereits hoch gelegt.