Patrick Colville von Scotiabank hob am Montag das Kursziel für Microsoft an. Die Einstufung beließ der Analyst auf „Sector Outperform“, während er die Zielmarke von $510 auf $615 deutlich nach oben anpasste. Die Maßnahme reiht sich in eine Serie optimistischer Stimmen ein, die den Titel im Vorfeld der kommenden Berichtssaison stützen.

An den US-Börsen verbuchte das Papier gestern Kursgewinne im Rahmen einer breit angelegten Erholung im Technologiesektor. Laut Reuters profitierten die Notierungen vor allem von sinkenden Anleiherenditen, rückläufigen Ölpreisen und anhaltender Zuversicht hinsichtlich der geschäftlichen Entwicklung rund um künstliche Intelligenz.

Im deutschen Handel ging die Aktie gestern mit einem Schlusskurs von 470,30 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel lediglich 1,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro.

Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial

Das Vertrauen der institutionellen Beobachter speist sich vor allem aus der starken Marktposition des Unternehmens in Schlüsselbereichen der Informationstechnik. Branchenkenner heben regelmäßig hervor, wie konsequent der Konzern moderne Algorithmen in seine etablierte Unternehmenssoftware einbettet und diese Angebote über die eigene Cloud vermarktet.

Bereits am 30. September hatte sich Billy Fitzsimmons vom Analysehaus Piper Sandler optimistisch geäußert. Er bestätigte die Einstufung „Overweight“ und hob das Kursziel von $550 auf $610 an. Auch andere Häuser an der Wall Street schraubten ihre Prognosen in den zurückliegenden Handelstagen sukzessive nach oben.

Für die Zuversicht der Analysten gibt es greifbare operative Gründe. Das Management untermauert die Wachstumsambitionen mit hohen Investitionen in die globale Infrastruktur, um die rasant steigende Nachfrage nach Rechenleistung für Großkunden bedienen zu können.

Am 23. September kündigte das Unternehmen an, bis 2030 mehr als 10 Milliarden Dollar an Investitionen und Betriebsausgaben im Nahen Osten einzusetzen. Die Mittel fließen in Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, um dort Rechenzentren und Kapazitäten für künstliche Intelligenz auszubauen.

Neue Weichenstellungen bei Studios und Geräten

Neben den milliardenschweren Infrastrukturprojekten richtet der Konzern auch andere Geschäftsbereiche strategisch aus. Im Gaming-Segment gab Xbox organisatorische Anpassungen bekannt: Bethesda übernimmt künftig das Studio Obsidian, während King um Microsoft Casual Games erweitert wird.

Zugleich schließen sich Playground Games und Turn 10 zu einem Entwicklerteam für Forza und Fable zusammen; für Ninja Theory wurden Beratungen über eine mögliche Schließung eingeleitet.

Im Hardware-Bereich steht derweil die Markteinführung überarbeiteter Modelle der Reihen Surface Pro und Surface Laptop bevor. Für den 13. Oktober ist der Verkaufsstart der mit Snapdragon X2 Plus Prozessoren ausgestatteten Geräte angekündigt, die eine um bis zu 18 Prozent effizientere Akkuleistung bieten sollen.

Auf Produktebene hatte Microsoft vor rund zwei Wochen zudem seine Copilot-Plattform neu strukturiert und um die Bereiche Home, Code und Autopilot erweitert. Für Unternehmenskunden und Partner wirft bereits die Konferenz Microsoft Ignite ihre Schatten voraus, die im November in San Francisco sowie digital stattfindet.