Microsoft nähert sich einer entscheidenden Chartmarke. Die Aktie konsolidiert seit Ende August im Bereich zwischen 490 und 510 Dollar, nachdem sie seit Ende Juli von rund 390 auf über 517 Dollar gestiegen war. Ein Analystenhaus traut dem Titel nun deutlich mehr zu.
Stifel hebt Kursziel auf 575 Dollar an
Stifel-Analyst Brad Reback stufte Microsoft von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel von 530 auf 575 Dollar. Seine Begründung: Das Umsatzwachstum dürfte sich im mittleren bis oberen Zehner-Prozent-Bereich halten. Fortschritte bei frei verfügbaren KI-Modellen stärken laut Reback die Microsoft-Strategie, bei Azure und Copilot nicht von einem einzelnen Sprachmodell abhängig zu sein.
Die Sorgen um die Bruttomargen, die Anleger zu Jahresbeginn beschäftigten, schwinden nach Einschätzung des Analysten zunehmend. Mehr Effizienz bei Azure und eine disziplinierte Investitionspolitik sollen die operative Marge stabil halten. Der hohe Kapitalbedarf für Rechenzentren und Copilot hatte im ersten Halbjahr 2026 für Verunsicherung gesorgt — der starke Cashflow begrenzt laut Reback nun aber den Bedarf an externer Finanzierung.
Charttechnisch hängt viel von der Marke bei 510 Dollar ab. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Trendlinie könnte den Aufwärtstrend fortsetzen und ein Ziel um 540 Dollar eröffnen. Rutscht die Aktie dagegen unter das Konsolidierungstief bei 490 Dollar, wäre das bullische Muster hinfällig — ein erstes Abwärtsziel läge dann bei etwa 475 Dollar.
Cloud-Wachstum als Fundament
Das im Chart abgebildete Kursbild stützt sich auf handfeste Geschäftszahlen. Im vierten Geschäftsquartal überschritt der Cloud-Umsatz erstmals die Marke von 59 Milliarden Dollar, ein Plus von 27 Prozent. Azure allein wuchs um 43 Prozent, getrieben von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Copilot-Integrationen.
Randnotiz am Rande der US-Politik: Aus einer im Juli offengelegten Transaktionsliste geht hervor, dass in Donald Trumps Portfolio am 20. Juli Microsoft-Aktien im Wert von fünf bis 25 Millionen Dollar verkauft wurden.
Nur drei Tage später erfolgte ein deutlich kleinerer Rückkauf zwischen 100.001 und 250.000 Dollar. Das Weiße Haus verwies darauf, dass unabhängige Finanzinstitute das Portfolio verwalten und weder der Präsident noch seine Familie Handelsentscheidungen treffen.
Für die Aktie bleibt die Marke bei 510 Dollar der Punkt, an dem sich zeigt, ob der Aufwärtstrend seit Juli in eine neue Phase übergeht oder die Konsolidierung anhält.
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