Bei Microsoft reißen die personellen Veränderungen in der Chefetage nicht ab. Mit Julia Liuson kündigt das nächste Branchen-Urgestein den Rückzug aus dem operativen Geschäft an. Dieser Umbruch fällt in eine sensible Phase: Ende April muss der Softwarekonzern nicht nur neue Quartalszahlen vorlegen, sondern blickt auch auf einen brisanten Gerichtsprozess des wichtigen Partners OpenAI.
Welle von Abgängen im Management
Mit Julia Liuson verlässt eine Managerin das operative Geschäft, die seit 1992 im Unternehmen ist. Sie leitete zuletzt die Entwicklerabteilung und wechselt Ende Juni in eine beratende Rolle. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Microsoft im Bereich der Programmierwerkzeuge zunehmend Konkurrenz durch KI-gestützte Start-ups wie Cursor erfährt.
Liusons Rückzug ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten verließen bereits Xbox-Chef Phil Spencer, Sarah Bond sowie der langjährige Leiter der Geräte-Sparte, Rajesh Jha, ihre Posten. Diese Abgänge führen zu einer flacheren Hierarchie, bei der nun mehr Abteilungsleiter direkt an CEO Satya Nadella berichten. Auch bei der Tochtergesellschaft GitHub gab es zuletzt Umstrukturierungen, bei denen das Führungsteam nun direkt der zentralen KI-Abteilung unterstellt ist.
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Blick auf die Zahlen
Parallel zum internen Umbau steht der Konzern an der Börse unter Beobachtung. Seit Jahresbeginn hat der Titel 18,35 Prozent an Wert verloren und schloss gestern bei 329,55 Euro. Investoren sorgen sich zunehmend über steigende Infrastrukturkosten für Künstliche Intelligenz und die tatsächliche Akzeptanz des KI-Assistenten Copilot.
Am 29. April wird Microsoft die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal präsentieren. Analysten erwarten einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 4,04 US-Dollar. Besonderes Augenmerk liegt auf der Cloud-Sparte Azure. Das Management stellte hier zuletzt ein währungsbereinigtes Wachstum von 37 bis 38 Prozent in Aussicht, was einer leichten Verlangsamung gegenüber dem Vorquartal entspräche.
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Juristischer Gegenwind bei OpenAI
Zusätzliche Unsicherheit bringt die enge Bindung an OpenAI. Am 27. April beginnt ein von Elon Musk angestrengter Gerichtsprozess, der auf die Absetzung von OpenAI-CEO Sam Altman und eine Rückkehr zur Non-Profit-Struktur abzielt. Für Microsoft birgt dieser Streit handfeste Risiken. Die Partnerschaft sichert dem Konzern den exklusiven Zugang zu den neuesten KI-Modellen, der für Azure und Copilot essenziell ist. Ein Eingriff in die Führungsstruktur von OpenAI könnte die Entwicklungspläne verlangsamen.
Die letzten April-Tage bündeln somit gleich zwei richtungsweisende Termine. Während der OpenAI-Prozess ab dem 27. April die Stabilität der wichtigsten KI-Partnerschaft auf die Probe stellt, müssen die Quartalszahlen am 29. April belegen, ob das Cloud-Wachstum die anhaltend hohen Investitionen rechtfertigt.
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