Microsoft hat einen schwachen Jahresstart hingelegt – den schlechtesten seit der Finanzkrise 2008/2009. Dabei lieferte der Konzern zuletzt starke Quartalsergebnisse. Das Paradox erklärt sich mit einem grundlegenden Stimmungswandel unter Investoren: Starkes Wachstum allein reicht nicht mehr, wenn die Kosten für KI-Infrastruktur in astronomische Höhen steigen.
Starke Zahlen, gedämpfte Reaktion
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (endete Dezember 2025) legte Microsoft beim Umsatz um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar zu. Das operative Ergebnis stieg um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie um 24 Prozent auf 4,14 Dollar. Zusätzlich flossen 12,7 Milliarden Dollar an Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurück – 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Der Markt quittierte diese Zahlen dennoch mit Zurückhaltung. Der Grund: Microsoft hat Investitionen von über 100 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur angekündigt. Anleger zweifeln daran, ob sich dieser Kapitaleinsatz in absehbarer Zeit in entsprechenden Gewinnen niederschlägt.
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Azure wächst, Copilot noch nicht
Das Cloud-Geschäft Azure bleibt ein Wachstumsmotor. In den vergangenen drei Quartalen legte der Dienst jeweils mindestens 39 Prozent zu – und das Management betont, die Nachfrage übersteige weiterhin die verfügbare Kapazität.
Anders sieht es beim KI-Assistenten Copilot aus. Von weltweit über 400 Millionen Microsoft-365-Lizenzen wurden bislang nur 15 Millionen mit Copilot-Funktionen ausgestattet – eine Durchdringungsrate von 3,7 Prozent. Die Wachstumsdynamik ist jedoch bemerkenswert: Die Zahl der Copilot-Lizenzen stieg im Jahresvergleich um 160 Prozent, die täglichen Nutzerzahlen verzehnfachten sich. Unternehmen, die Copilot einmal einführen, weiten die Nutzung offenbar rasch aus.
Zuletzt hat Microsoft den Copilot-Dienst um die Funktion „Cowork“ erweitert, die auf der KI-Technologie von Anthropic basiert. Das Unternehmen setzt damit nicht mehr ausschließlich auf seinen Partner OpenAI – ein Zeichen für eine breitere Aufstellung im KI-Ökosystem. Die Marktreaktion auf den Launch fiel bislang verhalten aus.
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Bewertung deutlich gesunken
Die Aktie notiert aktuell rund 16 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und hat seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 erheblich an Wert verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist auf etwa 25 gesunken – gegenüber dem 38-fachen Gewinn auf dem KI-Höhepunkt 2025 eine deutliche Kompression. Damit handelt Microsoft nun sogar mit einem Abschlag gegenüber dem Nasdaq-100, der aktuell mit dem 31-fachen Gewinn bewertet wird.
Neben den Kostenfragen belasten auch regulatorische Entwicklungen, insbesondere in Japan, die Stimmung rund um das Cloud-Geschäft.
Ausblick: Q3-Zahlen als nächster Prüfstein
34 Analysten stufen die Aktie im Schnitt als „Strong Buy“ ein und sehen ein Kursziel von 603 Dollar. Den nächsten konkreten Hinweis darauf, ob sich die Investitionsthese bestätigt, liefern die Q3-Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 – erwartet Ende April. Im Fokus stehen dann das Azure-Wachstum, die Copilot-Adoptionsrate und die Margenentwicklung angesichts der hohen Infrastrukturausgaben.
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