Wolfe Research hat Microsoft am Freitag von „Halten“ auf „Starker Kauf“ hochgestuft. Damit folgt auf die Geschäftszahlen eine weitere positive Analystenaktion: Bereits am Donnerstag hatte Citigroup ihr Kursziel angehoben. Die optimistischeren Bewertungen treffen auf kräftiges Umsatzwachstum und einen Ausblick, der für Azure eine weitere Beschleunigung erwarten lässt.
Analysten werden zuversichtlicher
Citigroup erhöhte das Kursziel am Donnerstag von 636 $ auf 680 $ und behielt die Kaufempfehlung bei. Wolfe Research setzte am folgenden Tag mit der Hochstufung ein zusätzliches positives Signal.
Beide Schritte unterscheiden sich in ihrer Aussage: Citigroup hob die Zielmarke an, während Wolfe Research die grundsätzliche Anlageempfehlung verbesserte. Für Anleger stehen damit sowohl höhere Kurserwartungen als auch eine positivere Einstufung im Raum. Beides sind Analysteneinschätzungen und keine Zusage für die weitere Kursentwicklung.
Azure-Ausblick übertrifft bisheriges Wachstum
Microsoft meldete am Mittwoch für das erste Geschäftsquartal 2027 einen Umsatz von 92,3 Milliarden $. Das entsprach einem Wachstum von 19 %.
Die Geschäftszahlen liefern den operativen Hintergrund für die anschließenden Analystenaktionen. Dabei beschränkt sich die Verbesserung nicht auf den Umsatz: Auch das Ergebnis legte deutlich zu.
Das operative Ergebnis erreichte 45,9 Milliarden $. Der Nettogewinn nach GAAP stieg um 32 % auf 36,6 Milliarden $.
Besonders wichtig für die Einordnung des Ausblicks ist Azure. Hier erwartet Microsoft ein höheres Wachstum als im gemeldeten Quartal. Die Prognose signalisiert damit eine Beschleunigung und nicht lediglich eine Fortsetzung des bisherigen Tempos.
Azure wuchs im Berichtsquartal um 48 %. Für das folgende Quartal stellte Microsoft ein Wachstum von 49 % bis 50 % in Aussicht.
Beim gesamten Unternehmen bleibt der Ausblick ebenfalls auf Expansion ausgerichtet. Allerdings handelt es sich dabei um Erwartungen, deren Erfüllung noch aussteht.
Microsoft prognostizierte einen Quartalsumsatz zwischen 96 Milliarden $ und 97,1 Milliarden $.
Finanzierung und Personalmaßnahmen als Begleitfaktoren
Neben den Ergebnissen stehen Finanzierungs- und Personalmaßnahmen. Sie ergänzen das Bild, ohne die positive Entwicklung der Geschäftszahlen zu ersetzen.
Am Donnerstag legte Microsoft die Konditionen vorrangiger unbesicherter Anleihen über insgesamt 25 Milliarden $ in zehn Tranchen fest. Der Abschluss der Emission wird am 4. November 2026 erwartet.
Parallel bietet Microsoft berechtigten Beschäftigten ausgewählter Teams ein freiwilliges Austrittsprogramm an. Es betrifft die Vereinigten Staaten, Kanada, Indien und Großbritannien.
Nach dem Reuters-Bericht vom 26. Oktober könnte das Angebot rund 60.000 Beschäftigte erfassen. Es richtet sich an Mitarbeitende bis einschließlich Stufe 70. Die mögliche Reichweite ist dabei nicht mit tatsächlichen Abgängen gleichzusetzen.
Für die positivere Analystensicht bleibt der entscheidende operative Prüfstein der Ausblick: Microsoft muss das angekündigte Wachstum erst erreichen. Besonders Azure steht dabei für die Erwartung einer weiteren Beschleunigung.
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