Microsoft startet das neue Geschäftsjahr mit einem harten Einschnitt. Der Softwarekonzern streicht Tausende Stellen in Vertrieb, Beratung und der Gaming-Sparte Xbox. Bei einer Gesamtbelegschaft von rund 228.000 Menschen betrifft der Abbau einen empfindlichen Teil der Belegschaft.
Xbox unter massivem Druck
Die Gaming-Sparte trägt einen überproportionalen Anteil der Einschnitte. Xbox-Chefin Asha Sharma fordert einen umfassenden Neustart. Das bisherige Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr. Die Gründe liegen in stark gestiegenen Hardware-Kosten und sinkenden Einnahmen.
Microsoft investierte in fünf Jahren rund 20 Milliarden US-Dollar. Die Gelder flossen in Inhalte, Plattformen und Hardware-Subventionen. Im selben Zeitraum schrumpfte der Jahresumsatz um fast eine halbe Milliarde Dollar. Die Konsequenz: massive Budgetkürzungen.
Das Juli-Muster
Personalabbau zum Start des Geschäftsjahres am 1. Juli hat bei Microsoft Tradition. Im Vorjahr mussten im Juli rund 9.000 Angestellte gehen. Die aktuelle Welle fällt allerdings kleiner aus.
Ein Abfindungsprogramm federte den Bedarf an Kündigungen bereits ab. Etwa 3.000 berechtigte US-Mitarbeiter nahmen dieses freiwillige Angebot an. Sie erfüllten spezifische Vorgaben zu Alter und Betriebszugehörigkeit.
Milliarden für KI, Rotstift beim Personal
Der Sparkurs reiht sich in einen breiteren Branchentrend ein. Technologiekonzerne investieren massiv in Künstliche Intelligenz. Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta geben 2026 voraussichtlich 700 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur aus. Parallel dazu bauen die Unternehmen ihr Personal ab.
Amazon strich im Januar 16.000 Bürojobs. Oracle reduzierte seine Belegschaft um 21.000 Stellen. Meta baute im Mai ebenfalls massiv Personal ab. Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete es kürzlich als „faul“, Entlassungen rein auf KI zu schieben.
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei 341,30 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten verlor das Papier 19,52 Prozent an Wert. Der Kurs liegt damit unter der 50-Tage-Linie von 350,63 Euro.
Die offizielle Bestätigung der Entlassungen folgt voraussichtlich in der nächsten Woche. Investoren fordern klare Signale zur Kostendisziplin. Microsoft navigiert aktuell durch seinen teuersten Investitionszyklus der Unternehmensgeschichte.
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