Michael Burry setzt auf Microsoft — ausgerechnet jetzt, wo der Konzern gleichzeitig einen Gerichtssaal in Oakland und die Erwartungen der Wall Street bedienen muss. Der Investor, bekannt durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor 2008, hat eine neue Position in Microsoft-Aktien eröffnet und seine Entscheidung via Substack begründet.
Auslöser war ein Ausverkauf bei Software-Titeln Ende April, nachdem enttäuschende Prognosen von IBM und ServiceNow Sorgen über KI-bedingte Nachfrageverschiebungen im Unternehmensbereich schürten. Burry wertet die Reaktion als übertrieben. Er habe Microsoft nach eigenen Angaben „forensisch“ analysiert und sieht das Unternehmen gut positioniert, um KI-Risiken zu überstehen.
Asymmetrische Wette: Long Software, Short Chips
Burrys Portfolio spiegelt eine klare Überzeugung wider — mit Absicherung. Neben Microsoft baute er Positionen in MSCI, PayPal und Adobe aus. Gleichzeitig hält er Put-Optionen auf den QQQ-ETF, Nvidia und den iShares Semiconductor ETF. Diese Absicherungen machen inzwischen rund fünf Prozent seines Portfolios aus.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?
Das Bewertungsargument ist greifbar: Microsofts Forward-KGV liegt laut GuruFocus bei etwa 26, gegenüber einem Fünf-Jahres-Median von 34. Die Aktie notiert rund 24 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Juli 2025 — und mit einem RSI von 26,7 im überverkauften Bereich.
OpenAI-Prozess als Belastungsprobe
Parallel läuft seit Montag der Prozess in der Klage Musk gegen OpenAI vor einem Bundesgericht in Oakland. Ein Richter hatte zuvor Musks Betrugsvorwürfe abgewiesen; übrig geblieben sind zwei Klagepunkte: Verletzung eines gemeinnützigen Treuhandverhältnisses und ungerechtfertigte Bereicherung. Microsoft ist kein unbeteiligter Zuschauer — der Konzern erhält fünf Stunden Redezeit, nachdem der Vorwurf der Beihilfe zur Verletzung von Treuepflichten das Verfahren überlebt hat.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?
Die möglichen Konsequenzen sind erheblich. Sollte Musk obsiegen, könnte das die geplante Umwandlung von OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen rückgängig machen und Microsofts exklusive Lizenzvereinbarung gefährden. OpenAI macht rund 45 Prozent von Microsofts noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen aus — eine Konzentration, die Investoren zunehmend beschäftigt. Das Urteil wird für Ende Mai 2026 erwartet.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Die Wall Street bleibt konstruktiv. Morgan Stanley bestätigte vor den Ergebnissen ein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 650 Dollar und verweist auf starke Signale aus CIO-Umfragen sowie verbesserte GPU-Kapazitäten. Der Konsens erwartet einen Gewinn von 4,07 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 81,4 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Azure peilt Microsoft ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent in konstanten Währungen an.
Die Quartalszahlen erscheinen am 29. April. Zusammen mit dem laufenden Prozess verdichten sich damit innerhalb weniger Tage die wichtigsten Kurstreiber des Jahres für Microsoft.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 27. April liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


