Microsoft: Burry kauft nach 25%-Rückgang

Investor Michael Burry eröffnet Microsoft-Position. Der Konzern steht vor einem Gerichtsprozess mit Elon Musk und der Veröffentlichung der Quartalszahlen.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Michael Burry kauft Microsoft-Aktien
  • Prozess Musk gegen OpenAI beginnt
  • Quartalszahlen am 29. April erwartet
  • Aktie im überverkauften Bereich

Michael Burry setzt auf Microsoft — ausgerechnet jetzt, wo der Konzern gleichzeitig einen Gerichtssaal in Oakland und die Erwartungen der Wall Street bedienen muss. Der Investor, bekannt durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor 2008, hat eine neue Position in Microsoft-Aktien eröffnet und seine Entscheidung via Substack begründet.

Auslöser war ein Ausverkauf bei Software-Titeln Ende April, nachdem enttäuschende Prognosen von IBM und ServiceNow Sorgen über KI-bedingte Nachfrageverschiebungen im Unternehmensbereich schürten. Burry wertet die Reaktion als übertrieben. Er habe Microsoft nach eigenen Angaben „forensisch“ analysiert und sieht das Unternehmen gut positioniert, um KI-Risiken zu überstehen.

Asymmetrische Wette: Long Software, Short Chips

Burrys Portfolio spiegelt eine klare Überzeugung wider — mit Absicherung. Neben Microsoft baute er Positionen in MSCI, PayPal und Adobe aus. Gleichzeitig hält er Put-Optionen auf den QQQ-ETF, Nvidia und den iShares Semiconductor ETF. Diese Absicherungen machen inzwischen rund fünf Prozent seines Portfolios aus.

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Das Bewertungsargument ist greifbar: Microsofts Forward-KGV liegt laut GuruFocus bei etwa 26, gegenüber einem Fünf-Jahres-Median von 34. Die Aktie notiert rund 24 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Juli 2025 — und mit einem RSI von 26,7 im überverkauften Bereich.

OpenAI-Prozess als Belastungsprobe

Parallel läuft seit Montag der Prozess in der Klage Musk gegen OpenAI vor einem Bundesgericht in Oakland. Ein Richter hatte zuvor Musks Betrugsvorwürfe abgewiesen; übrig geblieben sind zwei Klagepunkte: Verletzung eines gemeinnützigen Treuhandverhältnisses und ungerechtfertigte Bereicherung. Microsoft ist kein unbeteiligter Zuschauer — der Konzern erhält fünf Stunden Redezeit, nachdem der Vorwurf der Beihilfe zur Verletzung von Treuepflichten das Verfahren überlebt hat.

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Die möglichen Konsequenzen sind erheblich. Sollte Musk obsiegen, könnte das die geplante Umwandlung von OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen rückgängig machen und Microsofts exklusive Lizenzvereinbarung gefährden. OpenAI macht rund 45 Prozent von Microsofts noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen aus — eine Konzentration, die Investoren zunehmend beschäftigt. Das Urteil wird für Ende Mai 2026 erwartet.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Die Wall Street bleibt konstruktiv. Morgan Stanley bestätigte vor den Ergebnissen ein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 650 Dollar und verweist auf starke Signale aus CIO-Umfragen sowie verbesserte GPU-Kapazitäten. Der Konsens erwartet einen Gewinn von 4,07 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 81,4 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Azure peilt Microsoft ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent in konstanten Währungen an.

Die Quartalszahlen erscheinen am 29. April. Zusammen mit dem laufenden Prozess verdichten sich damit innerhalb weniger Tage die wichtigsten Kurstreiber des Jahres für Microsoft.

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Über Dieter Jaworski 3503 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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