Die vergangene Woche war für Anleger von MicroVision nichts für schwache Nerven. Mit einem Minus von 8,22 Prozent fiel der Kurs am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 0,25 Euro. Über die letzten sieben Tage summiert sich der Verlust auf 23,85 Prozent, auf Monatssicht sogar auf 54,51 Prozent.
Ein virtuelles Update mit CEO Glen DeVos Ende Juni brachte keine Wende. Das Management präsentierte zwar die „Lidar 2.0“-Strategie und einen neuen Entwicklungsvertrag mit einem Hersteller von Bau- und Bergbaumaschinen. Der Fokus der Investoren liegt aber woanders.
Hauptversammlung als Schicksalstag
Der Juli wird zum entscheidenden Monat für den Lidar-Spezialisten. Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre über einen Reverse Stock Split ab – im Verhältnis von 1:5 bis 1:15. Ziel ist die Rettung der Nasdaq-Notierung. Der Kurs liegt weit unter dem geforderten Mindestpreis von einem Dollar.
MicroVision hat bereits den Wechsel vom Nasdaq Global Market in das Capital Market beantragt. Das verschafft dem Unternehmen maximal 180 zusätzliche Tage, um die Vorgabe zu erfüllen.
Ein Risiko bleibt die Kapitalstruktur. MicroVision verfügt noch über eine ATM-Finanzierungsfazilität von rund 42 Millionen Dollar. Das sichert zwar die Liquidität, schürt aber Ängste vor weiterer Verwässerung.
Technisch am Boden – oder doch nicht?
Der RSI liegt bei 24,8 Punkten – weit unter der Schwelle von 30, die oft als überverkauft gilt. Der Kurs selbst notiert 64,67 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 0,71 Euro.
Die annualisierte Volatilität von 111,35 Prozent spricht für sich. Anleger müssen bis zum Votum im Juli mit heftigen Ausschlägen rechnen. Was am Ende zählt, ist ein klares Ergebnis bei der Abstimmung. Ohne den Reverse Split dürfte die Notierung an der Nasdaq in Gefahr geraten.
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