Ein Kurssprung von über zwölf Prozent an einem einzelnen Handelstag wäre schon für sich genommen eine Meldung wert. Bei Moderna kommt jedoch die größere Geschichte dahinter: Die Marktkapitalisierung hat sich binnen kurzer Zeit von rund 25 Milliarden auf etwa 69 Milliarden Dollar nahezu verdreifacht. Der Auslöser sitzt in Madrid – genauer: im Oktober.
Am Montag kletterte die Moderna-Aktie an der NASDAQ um 12,2 Prozent auf knapp 173 Dollar und markierte mit 176,86 Dollar sogar ein neues Mehrjahreshoch. Grund war die Ankündigung, dass drei Abstracts zum Krebsimpfstoff intismeran autogene für den ESMO-Kongress angenommen wurden, der vom 23. bis 27. Oktober 2026 in Madrid stattfindet.
Melanom-Daten als Kurstreiber
Im Zentrum steht eine Phase-3-Studie zur Kombination von intismeran autogene mit Merck-Wirkstoff Pembrolizumab (Keytruda) als adjuvante Behandlung bei reseziertem Melanom. Die Ergebnisse sollen am 24. Oktober im Rahmen eines Presidential Symposiums vorgestellt werden.
Eine frühe Auswertung hatte bereits gezeigt, dass die Kombination das Wiederauftreten von Krebs wirksamer verhindert als die Immuntherapie allein – konkrete Zahlen zu Ansprechraten oder Nebenwirkungsprofil blieben bislang jedoch offen.
Weitere Präsentationen in Madrid betreffen den Impfstoff in Kombination mit Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie eine Phase-3-Studie bei frühem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Die Merck-Aktie, Kooperationspartner bei intismeran autogene, legte am Montag rund 1,8 Prozent zu und zeigte sich nachbörslich kaum verändert.
Melanom gilt als „heißer“ Tumor
Der Erfolg bei Melanomen hat einen fachlichen Hintergrund: Diese Tumoren zählen zu den immunologisch „heißen“ Krebsarten mit hoher Immunogenität, die auf Immuntherapien vergleichsweise gut ansprechen. Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs gelten dagegen als „kalte“ Tumoren – ein Umstand, der die Erwartungen an die weiteren Indikationen dämpfen könnte.
Der Markt spekuliert nun darauf, dass sich das Potenzial der Kombinationstherapie auch auf andere Krebsarten übertragen lässt. Bei einer Bewertung, die sich seit der ersten Studienmeldung im August fast verdreifacht hat, ist entsprechend viel Fantasie eingepreist – ein Fehlschlag würde entsprechend schwer wiegen.
Der Investoren-Webcast zu den ESMO-Daten sowie der Kongress selbst am 24. Oktober werden zeigen, ob sich die aktuelle Kursbewegung fundamental rechtfertigen lässt oder ob der Markt der Story vorausgelaufen ist.
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