Schwierige Woche für Moderna: Nach einer fulminanten Rallye verliert die Aktie am Montag 8,71 Prozent und fällt auf 50,63 Euro. Dabei hatte der Biotech-Konzern am Freitag noch bei 55,46 Euro geschlossen. Die jüngste Kursentwicklung zeigt das ganze Dilemma: Auf Jahressicht plus 92 Prozent, auf Wochensicht plus 12,5 Prozent — und doch reißt die Volatilität nicht ab.
Auslöser des Höhenflugs war ein wichtiger Meilenstein. Ein FDA-Beratungsausschuss (VRBPAC) stimmte einstimmig für Modernas saisonalen Grippeimpfstoff mFlusiva (mRNA-1010). Die Entscheidung fiel mit 9:0. Empfohlen wird der Impfstoff für Menschen ab 50 Jahren.
Daten überzeugen, Analysten bleiben skeptisch
Der Ausschuss stützte sich auf Phase-3-Daten. Demnach zeigte mRNA-1010 eine um 26,6 bis 27 Prozent höhere relative Wirksamkeit als herkömmliche Grippeimpfstoffe. Branchenbeobachter werten das Votum als deutliche Risikoreduktion für Moderna.
Die endgültige FDA-Entscheidung wird für August 2026 erwartet.
Trotz der positiven Signale bleibt die Analystenstimmung verhalten. Der Konsens lautet auf „Reduzieren“. Dahinter steckt die Sorge, ob Moderna den Wandel vom reinen COVID-19-Hersteller zum breit aufgestellten Impfstoffkonzern schafft.
Umbau im Führungsteam
Modernas Management bereitet sich auf eine Reihe von Produkteinführungen vor. Dr. Stephen Hoge, bisher Präsident, übernimmt erweiterte operative Verantwortung für die Bereiche Infektionskrankheiten, Intismeran und seltene Erkrankungen.
Mitte Juni kam Ester Banque als neue Chief Commercial Officer an Bord. Sie soll die Markteinführung der wachsenden Pipeline steuern.
Die nächsten Jahre werden entscheidend. Für 2027 und 2028 sind mehrere kommerzielle Meilensteine geplant: der Grippeimpfstoff, eine Kombination aus Grippe- und COVID-19-Booster sowie ein Norovirus-Impfstoff, der aktuell in Phase 3 getestet wird.
Finanzielle Ausgangslage
Im ersten Quartal 2026 erzielte Moderna einen Umsatz von 389 Millionen US-Dollar. Das Management peilt die Gewinnschwelle für 2028 an. Dafür spricht die solide Bilanz: 7,5 Milliarden Dollar in cash, kaum Schulden.
Bleiben die klinischen Daten für den Krebskandidaten Intismeran. Diese Studie, eine Gemeinschaftsentwicklung mit Merck, zählt zu den wichtigsten Ereignissen im zweiten Halbjahr. Hier zeigt sich, ob Moderna über Impfstoffe hinauswachsen kann.
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