Stephen Hoge, President von Moderna, hat in dieser Woche Aktien im Wert von rund 17 Millionen Dollar verkauft. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der das Papier nach einer außergewöhnlichen Kursrally erstmals kräftig Federn lässt.
Verkäufe laut Plan
Hoge veräußerte am 14. und 15. Oktober insgesamt knapp 78.400 Aktien zu Kursen zwischen rund 213 und 221 Dollar. Zuvor hatte er Optionen zu 12,21 Dollar je Aktie ausgeübt, die vollständig ausübbar waren.
Alle Transaktionen liefen über einen Handelsplan nach Rule 10b5-1, den er am 15. Juni 2026 aufgesetzt hatte. Der Plan entstand also lange vor dem jüngsten Kurssprung.
Nach den Verkäufen hält Hoge direkt noch rund 1,64 Millionen Moderna-Aktien. Hinzu kommen kleinere indirekte Positionen über eine Gesellschaft und einen Trust.
Schlusslicht im Nasdaq 100
Am Freitag rutschte Moderna an das Ende des Nasdaq 100 und gab um 7,8 Prozent nach. Der Index selbst verlor 2,5 Prozent, belastet vor allem von schwächeren Technologiewerten. Die Aktie notiert bei etwa 218 Dollar, der Börsenwert liegt bei gut 94 Milliarden Dollar.
Der Rücksetzer relativiert sich mit Blick auf die vergangenen Wochen. Auslöser der Rally war der 19. August: Die Phase-3-Studie zum personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran autogene, gemeinsam mit Merck entwickelt, erreichte ihre primären Endpunkte. Bei bestimmten Melanompatienten sank das Rückfall- und Ausbreitungsrisiko. Die Aktie sprang an jenem Tag zeitweise um bis zu 177 Prozent, ihr bester Handelstag überhaupt.
Danach legte das Papier weiter zu. Die Aufnahme in den Nasdaq 100 am 9. Oktober zwang Indexfonds zu Käufen, außerdem verstärkte ein Short Squeeze die Bewegung. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von mehr als 600 Prozent zu Buche, der Nasdaq 100 kommt auf knapp 15 Prozent.
Analysten bleiben vorsichtig
Bernstein bleibt bei „Market Perform“ und verweist auf Fortschritte der mRNA-Plattform. UBS stuft weiter mit „Neutral“ ein und richtet den Blick auf die Melanom-Daten. Auch ein Bewertungsmodell stuft die Aktie nach dem Lauf als überbewertet ein.
Der nächste konkrete Termin steht fest: Am 24. Oktober werden die detaillierten Studiendaten zum Krebsimpfstoff erwartet. Sie dürften zeigen, wie belastbar der Wirksamkeitsvorsprung tatsächlich ist, und damit die Bewertung der Aktie maßgeblich beeinflussen.
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