Der US-Biotechnologiekonzern Moderna forciert die Weiterentwicklung seiner Pipeline abseits des bisherigen Covid-19-Geschäfts. Am Mittwoch nahmen Moderna-Chef Stéphane Bancel und David Berman an einer Branchenkonferenz des Analysehauses Bernstein teil.

Bancel betonte bei dieser Gelegenheit die strategischen Perspektiven des Unternehmens für Projekte außerhalb der Pandemie-Impfstoffe. Vor dem Hintergrund nachlassender Erlöse aus dem Corona-Portfolio rückt damit die breitere Produktpalette wieder stärker in den Fokus.

Krebsimmuntherapie rückt in den Mittelpunkt

Eine tragende Säule dieser Strategie bildet der Bereich der Onkologie. Für den Wirkstoff Intismeran in Kombination mit Keytruda von Merck liegen positive Phase-3-Studienergebnisse bei Patienten mit Hochrisiko-Melanomen vor. Auf dem europäischen Krebskongress ESMO in Madrid wurden drei wissenschaftliche Beiträge zu Intismeran Autogene zur Vorstellung angenommen.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Phase-3-Daten zur Behandlung von reseziertem Melanom der Stadien IIB bis IV, die im Rahmen eines Presidential Symposiums präsentiert werden. Moderna kündigte an, am 24. Oktober einen Webcast für Investoren abzuhalten, um die Daten detailliert zu erläutern.

An den Finanzmärkten sorgte der Ausblick auf die klinischen Präsentationen für spürbaren Rückenwind. Am Freitag beendete das Wertpapier den Handel bei 174,30 Euro, nachdem der Kurs im Tagesverlauf bei 177,12 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht hatte. Die Notierung liegt damit 1,6 Prozent unter dieser Höchstmarke.

Geordnete Transaktionen im Management

Parallel zum operativen Fortschritt verzeichnete das Unternehmen meldepflichtige Wertpapiertransaktionen in der Führungsebene. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC veräußerte Moderna-Präsident Stephen Hoge Mitte September Anteile.

Den Angaben zufolge standen die Transaktionen im Zusammenhang mit der Ausübung von Aktienoptionen. Die Verkäufe wurden über einen automatisierten Handelsplan nach Rule 10b5-1 umgesetzt, den Hoge im Juni festgelegt hatte.

Für Marktteilnehmer stellt der anstehende Branchentreff in Madrid einen wichtigen Gradmesser dar. Das Management setzt darauf, über personalisierte Krebsimpfstoffe und neuartige Kombinationstherapien verlässliche Einnahmequellen aufzubauen. Die Veröffentlichung der vollständigen Studiendaten Ende Oktober dürfte Klarheit darüber schaffen, wie tragfähig das wissenschaftliche Fundament dieser Hoffnungsträger tatsächlich ist.