Ein Impfstoff gegen Hautkrebs verschafft Moderna den größten Kurssprung seit Jahren. Die Aktie schoss vorbörslich um rund 60 bis 70 Prozent nach oben und näherte sich damit dem höchsten Niveau seit Juli 2024. Auslöser war der Erfolg einer Phase-3-Studie mit dem gemeinsam mit Merck & Co entwickelten mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran Autogene.

Kombitherapie schlägt Keytruda allein

In der Studie INTerpath-001 senkte Intismeran Autogene in Kombination mit dem Merck-Krebsmedikament Keytruda das Wiederauftreten von Melanomen stärker als Keytruda im Alleingang. Beide primären Endpunkte — rezidivfreies Überleben und Überleben ohne Fernmetastasen — wurden erreicht.

Nach Angaben der beiden Unternehmen ist es die erste Kombinationstherapie, die im adjuvanten Melanom-Setting gegenüber Keytruda allein statistisch signifikante und klinisch relevante Vorteile zeigen konnte. Zusätzlich habe sich die Ausbreitung von Tumoren im Körper verringern lassen — ein wichtiges sekundäres Studienziel.

Moderna und Merck wollen die Ergebnisse nun auf einem internationalen Fachkongress präsentieren und mit den Zulassungsbehörden über einen möglichen Antrag beraten. Die Studie läuft weiter, im Fokus steht künftig vor allem das Gesamtüberleben der Patienten.

Strategischer Befreiungsschlag für zwei Konzerne

Für Moderna geht es um mehr als eine einzelne Studie. Nach dem Rückgang des Covid-Impfstoffgeschäfts muss der Konzern zeigen, dass seine mRNA-Plattform auch außerhalb der Pandemiebekämpfung trägt.

Analysten von JPMorgan hatten Intismeran Autogene bereits zuvor als wichtigstes Pipeline-Produkt Modernas bezeichnet — als Brücke von Atemwegsimpfstoffen hin zur Onkologie. Der Wirkstoff wird derzeit in neun Studien gegen verschiedene Krebsarten und -stadien getestet.

Auch für Merck steht viel auf dem Spiel: Keytruda verliert in den kommenden Jahren seinen Patentschutz, neue Kombinationstherapien sollen langfristig frische Erlösquellen sichern. Die Merck-Aktie legte im vorbörslichen Handel ebenfalls zu, deutlich moderater als Moderna mit einem Plus von rund sechs Prozent.

Der nächste Schritt liegt nun bei den Zulassungsbehörden. Ob und wann ein Antrag für Intismeran Autogene in Kombination mit Keytruda eingereicht wird, hängt von den Gesprächen ab, die beide Unternehmen im Anschluss an die Studienpräsentation führen wollen.