Moderna dreht im dritten Quartal in die Gewinnzone und hebt die Jahresprognose an. Der Umsatz liegt weit über dem, was Analysten auf dem Zettel hatten. Die Details zeigen, woher der Schub kommt.
Gewinn statt Verlust
Der Biotechkonzern verdiente 162 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 200 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Je Aktie stehen 0,38 Dollar zu Buche. Analysten hatten mit einem Fehlbetrag von deutlich über einem Dollar je Aktie gerechnet.
Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf 1,313 Milliarden Dollar. Die Konsensschätzung lag bei rund 885 Millionen Dollar. Haupttreiber waren höhere Verkäufe des COVID-19-Impfstoffs auf internationalen Märkten sowie Lieferungen im Rahmen langfristiger Regierungspartnerschaften. Auf die USA entfielen 780 Millionen Dollar, auf das Ausland 533 Millionen.
Zugleich sanken die Forschungskosten auf 583 Millionen Dollar, nach 801 Millionen im Vorjahr. Das drehte das operative Ergebnis ins Plus.
Prognose deutlich höher
Für 2026 erwartet Moderna nun ein Umsatzplus von 15 bis 25 Prozent. Bisher war ein Wachstum von bis zu 10 Prozent in Aussicht gestellt. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sollen bei etwa 2,7 Milliarden Dollar liegen statt wie zuvor bei 2,9 Milliarden. Den Kassenbestand zum Jahresende sieht das Unternehmen nun bei 8,1 bis 8,3 Milliarden Dollar.
Konzernchef Stéphane Bancel führte die Entwicklung auf neue Produkte und die geografische Diversifizierung zurück.
Pipeline liefert Rückenwind
Positiv wirkten auch Daten aus der Onkologie. Der Wirkstoff mRNA-2808 zeigte in einer frühen Studie bei stark vorbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom eine Ansprechrate von rund 36 Prozent, ohne dosislimitierende Toxizitäten. Es handelt sich um Phase-1/2-Daten, die Aussagekraft ist entsprechend begrenzt.
Hinzu kommt die Zulassung der Grippeimpfstoffe mFLUSIVA und mCOFLU in Kanada. Das Land ist das erste, das beide Produkte genehmigt hat.
Kursreaktion uneinheitlich
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 241,46 Dollar. Im vorbörslichen Handel gingen die Signale auseinander: Eine Meldung sah das Papier rund 8,5 Prozent im Plus und nahe dem 52-Wochen-Hoch von 261 Dollar, eine andere zeigte zuletzt ein Minus von etwa einem Prozent. Die Eröffnung an der Nasdaq dürfte klären, ob die starken Zahlen den Kurs tragen oder ob Anleger nach der jüngsten Rally Gewinne mitnehmen.
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