Der US-Seltenerdspezialist MP Materials hat am gestrigen Donnerstag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen beim Umsatz deutlich übertroffen. Parallel dazu gab das Unternehmen den Abschluss eines neuen, mehrjährigen Liefervertrags im dreistelligen Millionenbereich bekannt. Die Anleger reagierten positiv auf die operativen Fortschritte und den Ausblick auf das laufende Jahr: Der Aktienkurs kletterte heute um 7,51 % auf 44,40 €.

Produktionsrekorde und optimistischer Ausblick

Im abgelaufenen Quartal erzielte MP Materials einen Umsatz von 108,5 Millionen US-Dollar, womit die Konsensschätzungen um 13,3 % geschlagen wurden. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die signifikante Steigerung der Produktions- und Absatzmengen. Wie das Unternehmen mitteilte, erreichte die Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) im zweiten Quartal 840 Tonnen, was einer Steigerung von 41 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Absatzvolumen stieg sogar um 127 % auf 1.006 Tonnen NdPr.

Für das dritte Quartal 2026 zeigt sich die Unternehmensführung unterdessen noch optimistischer. Heute gab das Management das Ziel aus, die NdPr-Produktion auf über 1.000 Tonnen zu steigern. Damit nähert sich der Konzern seiner angestrebten Produktionsrate für das Jahresende an. Das bereinigte EBITDA drehte mit 28,5 Millionen US-Dollar ins Positive, während unter dem Strich ein bereinigter verwässerter Verlust von 0,01 US-Dollar je Aktie stand. Analysten hatten hier im Vorfeld mit einem minimalen Gewinn in gleicher Höhe gerechnet.

Strategische Expansion in die Wertschöpfungskette

Neben den Quartalszahlen sorgt ein neuer Großauftrag für Aufmerksamkeit. MP Materials hat einen Vertrag mit einem führenden US-amerikanischen Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsunternehmen unterzeichnet. Das Abkommen sieht die Lieferung von separiertem Gadolinium vor. Diese Vereinbarung unterstreicht die zunehmende Bedeutung heimischer Lieferketten für kritische Rohstoffe in der US-Verteidigungsindustrie, insbesondere nachdem das chinesische Handelsministerium MP Materials im Juni auf eine Exportkontrollliste gesetzt hatte.

Um die Marktposition weiter zu festigen, treibt das Unternehmen zudem seine Infrastrukturprojekte voran. In der Anlage Mountain Pass hat die Inbetriebnahme des Trennungskreislaufs für Dysprosium (Dy) und Terbium (Tb) begonnen. Erste Produktlieferungen an das Werk in Independence werden noch für das laufende Jahr erwartet. Ergänzt werden diese Bestrebungen durch das Ende Juli gestartete „Project Swarm“. Diese Initiative ermöglicht es Drohnen- und Motorenherstellern, Produktionskapazitäten in der künftigen Magnetfabrik im texanischen Northlake zu reservieren, ohne sofortige verbindliche Kaufverpflichtungen eingehen zu müssen.

Finanzkennzahlen und Analysteneinschätzungen

Die finanzielle Stabilität wurde im zweiten Quartal zusätzlich durch staatliche Förderungen gestützt. Laut Reuters flossen dem Unternehmen 17,6 Millionen US-Dollar aus einer Preissicherungsvereinbarung mit der US-Regierung zu. Seit dem Abschluss dieser Vereinbarung im Jahr 2025 hat MP Materials damit insgesamt 110,9 Millionen US-Dollar aus diesem Programm erhalten. Trotz der aktuellen Kurserholung notiert der Wert weiterhin rund 51,32 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Mitte Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.

Analysten bewerten die strategische Ausrichtung des Konzerns überwiegend positiv. Am 3. August hob Subash Chandra, Analyst bei Benchmark, das Kursziel für die Aktie von 30,00 auf 80,00 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Er begründete dies mit den strategischen Partnerschaften, die das Unternehmen unter anderem mit Apple und dem US-Verteidigungsministerium unterhält. Medienberichten zufolge wurde diese Einschätzung durch die jüngsten Insider-Aktivitäten begleitet: So veräußerte Chief Operating Officer Michael Stuart Rosenthal am 2. August ein Aktienpaket im Wert von rund 10,8 Millionen US-Dollar. Dennoch gilt das Unternehmen aufgrund seines integrierten „Mine-to-Magnet“-Ansatzes in Branchenkreisen weiterhin als einer der zentralen Wachstumswerte im Bereich der strategischen Metalle.