Nach dem Erreichen von 100 Dollar je Aktie Mitte 2025 hat sich der Kurs von MP Materials auf rund 50 Dollar halbiert. Allein in der ersten Aprilwoche 2026 wechselten sich ein Anstieg von 3 Prozent und ein Rücksetzer von 3,3 Prozent ab — ein Zeichen für die Uneinigkeit der Marktteilnehmer über die weitere Richtung.

Analysten optimistisch, Institutionelle gespalten

Trotz des Kursrückgangs halten 27 von 37 beobachteten Analysten an einer Kaufempfehlung fest. Das mittlere Kursziel liegt bei 51,80 Dollar — nahe dem aktuellen Handelsniveau. Ein Analyst stufte die Aktie nach sechsmonatiger Seitwärtsbewegung sogar als Kaufgelegenheit hoch.

Neue Pflichtmeldungen vom 7. April zeigen allerdings ein gespaltenes Bild unter institutionellen Investoren. Savvy Advisors Inc. eröffnete eine neue Position im Wert von rund 1,57 Millionen Dollar, während Rheos Capital Works seine Beteiligung reduzierte. Beide Bewegungen sind im Kontext einer Marktkapitalisierung von schätzungsweise 7 bis 9 Milliarden Dollar überschaubar, spiegeln aber die unterschiedlichen Einschätzungen zur Bewertung wider.

Milliarden-Investition in Texas

Der eigentliche Treiber für die langfristige Kursentwicklung liegt in Northlake, Texas. Dort baut MP Materials für 1,25 Milliarden Dollar die sogenannte „10X“-Anlage — ein Produktionskomplex für Seltenerdmagnete, die in Elektromotoren und Verteidigungssystemen verbaut werden.

Das Projekt markiert den Wandel vom reinen Rohstofflieferanten zum vertikal integrierten Hersteller. Noch 2025 entfielen 71,5 Prozent des Umsatzes auf das Materialsegment, das Magnetiksegment steuerte 29,8 Prozent bei. Der Gesamtumsatz stieg im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 224,4 Millionen Dollar — bei einem Nettoverlust von 85,9 Millionen Dollar, bedingt durch hohe Investitionsausgaben und den Rückzug aus dem chinesischen Markt.

Seit Juli 2025 verkauft MP Materials keine Produkte mehr nach China und beliefert stattdessen Kunden in den USA und Japan. Rückendeckung kommt vom US-Verteidigungsministerium, das Preisgarantien und Expansionsmittel bereitstellt.

Das Management peilt langfristig ein normalisiertes EBITDA von 650 Millionen Dollar an, sobald die Raffineriekapazität auf 10.000 Tonnen ausgebaut ist. Die Inbetriebnahme der 10X-Anlage wird für 2028 erwartet — bis dahin bleibt der Kurs stark von der Fortschrittswahrnehmung dieses Projekts abhängig.