Bei MP Materials setzen auffällig viele Anleger auf fallende Kurse. Gestern lag die Leerverkaufsquote bei 20,35 Prozent der ausstehenden Aktien. Unter den untersuchten Materialaktien mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Milliarden US-Dollar war das der höchste Wert. Damit trifft die Erwartung eines kräftigen Geschäftswachstums auf erhebliche Skepsis gegenüber dessen Umsetzung.

Hohe Erwartungen treffen auf Umsetzungsrisiken

Die hohe Leerverkaufsquote ist kein Beleg für eine bevorstehende operative Verschlechterung. Sie verdeutlicht aber die ausgeprägten Gegenpositionen am Markt. Als wesentliche Risiken gelten die Umsetzung der Ausbaupläne und politische Rahmenbedingungen.

Für die weitere Bewertung sind insbesondere Fortschritte bei den Vereinbarungen mit Apple und General Motors sowie der Hochlauf der 10X-Anlage wichtig. Hinzu kommt Chinas Politik bei Seltenen Erden. Damit hängt die Anlagegeschichte nicht allein von steigenden Produktionsmengen ab, sondern auch von der Umsetzung der Kundenvereinbarungen und Ausbaupläne.

Zacks empfiehlt deshalb, verlässlichere Gewinne und Fortschritte bei der Umsetzung abzuwarten. Das Analysemodell des Hauses liefert zudem kein eindeutiges Signal für ein Übertreffen der anstehenden Gewinnerwartungen. Die skeptische Einschätzung steht damit neben einer deutlich besseren operativen Erwartung.

Wachstum allein dürfte nicht genügen

Für das dritte Quartal 2026 liegt der Umsatzkonsens bei 116,5 Millionen US-Dollar. Erwartet wird ein Zuwachs von 117,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Ein solches Wachstum würde die Expansion unterstreichen. Für Anleger ist jedoch ebenso entscheidend, wie weit MP Materials auf dem Weg zu positiven Ergebnissen vorankommt. Ein kräftiger Umsatzanstieg allein beantwortet diese Frage nicht.

Beim Ergebnis je Aktie rechnen Analysten mit einem Verlust von 0,01 US-Dollar. Im dritten Quartal 2025 hatte das Minus noch 0,10 US-Dollar je Aktie betragen. Der Konsens signalisiert somit eine deutliche Verbesserung, aber noch keinen Gewinn.

Die Zahlen sollen morgen nach Börsenschluss erscheinen. Der Bericht bietet damit einen unmittelbaren Prüfstein für die gegensätzlichen Erwartungen: operatives Wachstum auf der einen Seite und Zweifel an Ertragskraft und Umsetzung auf der anderen.

Produktion als Beleg für Fortschritte

Die jüngste Produktionsentwicklung liefert Argumente für die Wachstumsseite. Im zweiten Quartal 2026 erreichte die NdPr-Produktion 840 Tonnen. Das entsprach einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch das Magnetgeschäft trägt bereits zum Umsatz bei. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob MP Materials mehr produziert. Der Bericht muss auch zeigen, wie sich der Ausbau in den Geschäftszahlen niederschlägt.

Der Umsatz des Magnetgeschäfts lag im zweiten Quartal 2026 bei 16,5 Millionen US-Dollar. Vor diesem Hintergrund steht die hohe Leerverkaufsquote für einen klaren Bewertungsstreit: Produktionsfortschritte sind sichtbar, während belastbare Gewinne und die Umsetzung der Ausbaupläne die zentralen Prüfsteine bleiben.