Seltene Erden bleiben knapp – selbst wenn die Produktion außerhalb Chinas deutlich steigt. Ein neuer Bericht von Bloomberg Intelligence erwartet bis 2030 ein anhaltendes Angebotsdefizit, getrieben vor allem durch Elektroautos und Rüstung. Das stärkt die strategische Rolle etablierter Produzenten wie MP Materials.

Nachfrage wächst schneller als Angebot

Bloomberg Intelligence rechnet damit, dass die weltweite Nachfrage nach Seltenen Erden bis 2030 im Schnitt um rund 7% pro Jahr zulegt. Haupttreiber sind Hochleistungs-Permanentmagnete, die sowohl in E‑Auto-Motoren als auch in modernen Verteidigungsanwendungen gebraucht werden.

Gleichzeitig sollen westliche Anbieter wie MP Materials und Lynas ihre gemeinsame Förderung zwar auf mehr als das Vierfache ausbauen. Laut Bericht reicht das aber voraussichtlich nicht aus, um die entstehende Lücke zu schließen. Engpässe dürften bestehen bleiben – ein Punkt, der Produzenten außerhalb Chinas zusätzlich ins Schaufenster stellt.

Chinas Anteil sinkt – aber bleibt relevant

Die BI-Analyse erwartet, dass Chinas Marktanteil bei Neodym-Praseodym (NdPr) bis Ende des Jahrzehnts um 21 Prozentpunkte zurückgeht. NdPr gilt als zentrale Mischung für Magnetanwendungen. Der Rückgang deutet auf eine breitere Angebotsbasis hin, ohne die Knappheit insgesamt zu beenden.

Politik als Nachfrage-Booster

Zusätzlichen Schub liefern geopolitische Vorgaben und staatliche Förderung. Laut Bloomberg Intelligence könnte die öffentliche Finanzierung für Seltene-Erden-Produzenten außerhalb Chinas allein in diesem Jahr rund 10 Milliarden US-Dollar erreichen.

Konkrete Regulierung kommt aus den USA: Das Pentagon hat ein Verbot für Seltene Erden aus China in der Verteidigungslieferkette angeordnet, das am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Für Produzenten, die diese Vorgaben erfüllen, entsteht damit ein größerer, regulatorisch abgesicherter Absatzmarkt.

Auch das Umfeld für Minenwerte wird im Berichtsumfeld als unterstützend beschrieben: Jefferies verwies gestern darauf, dass Aktien aus dem Bereich Bergbau und Metalle wegen höherer geopolitischer Risiken, Inflationsdruck und eines strukturell schwächeren US-Dollar weiter besser laufen könnten. Ergänzend nennt der Text Kanadas angekündigte 12,1 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital für Projekte zu kritischen Mineralien – ebenfalls ein Faktor, der die westliche Lieferkette stützen soll.