Die MSD-Aktie verlor am Freitag 1,93% und notierte bei 108,83 Dollar – doch die jüngsten Studienergebnisse könnten die Richtung bald ändern. Gemeinsam mit Moderna präsentierte der Pharmakonzern am Dienstag Fünfjahresdaten, die aufhorchen lassen: Die Kombination aus dem experimentellen Krebsimpfstoff Intismeran Autogene und dem Blockbuster Keytruda reduziert das Rückfallrisiko bei Hochrisiko-Melanompatienten um 49% im Vergleich zur Keytruda-Monotherapie.
Die Phase-2b-Studie KEYNOTE-942 zeigt damit eine bemerkenswerte Langzeitwirkung. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren lag die Hazard Ratio für das rückfallfreie Überleben bei 0,510 – ein Wert, der die klinisch bedeutsame Verbesserung unterstreicht. Die Daten bauen auf frühere positive Zwischenergebnisse nach zwei und drei Jahren auf.
Acht Studien laufen bereits
MSD und Moderna treiben die Entwicklung mit Hochdruck voran. Aktuell laufen acht Phase-2- und Phase-3-Studien, die die Kombination bei verschiedenen Krebsarten testen – darunter nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Blasenkrebs und Nierenzellkarzinom. Die entscheidende Phase-3-Studie zur adjuvanten Melanom-Behandlung ist vollständig rekrutiert. Ergebnisse werden in absehbarer Zeit erwartet.
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„Diese Fünfjahresdaten sind ermutigend“, kommentierte Dr. Marjorie Green, Senior Vice President bei MSD. Das Unternehmen setzt große Hoffnungen auf das INTerpath-Entwicklungsprogramm, das Tumorarten mit erheblichem ungedecktem Bedarf adressieren soll.
Analysten heben Kursziel an
TD Cowen reagierte und erhöhte das Kursziel von 100 auf 120 Dollar – behielt aber die Hold-Einschätzung bei. Die Analysten bezeichnen MSD zwar als „großartiges Unternehmen“, sehen aber Zweifel am Wachstumspotenzial. Ihre These: Relative Bewertungsmultiplikatoren erreichen typischerweise zwei Jahre vor wichtigen Patentabläufen ihren Tiefpunkt – für MSD wäre das Ende 2026.
UBS zeigt sich optimistischer und bestätigte das Buy-Rating mit einem Kursziel von 130 Dollar. Die Investmentbank hebt besonders die Pipeline an Krebsmedikamenten hervor, allen voran den kürzlich von der FDA mit einem Priority-Voucher ausgezeichneten Kandidaten Sac-TMT.
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Breites Standbein im Onkologie-Bereich
Parallel startete MSD eine Phase-3-Studie mit Calderasib in Kombination mit Keytruda QLEX bei fortgeschrittenem nicht-squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Die Bewertungskennzahlen sprechen für sich: Bei einer Marktkapitalisierung von 270 Milliarden Dollar liegt das KGV bei 14,49 – InvestingPro stuft die Aktie als unterbewertet ein.
Die fundamentale Stärke zeigt sich auch in der Dividendenpolitik: 55 Jahre ununterbrochene Ausschüttungen mit aktueller Rendite von 3,12%. In den vergangenen sechs Monaten legte die Aktie um 39% zu. Das Patentgerangel mit Arbutus Biopharma endete kürzlich mit einem Erfolg für MSD und Moderna – das Europäische Patentamt widerrief ein Schlüsselpatent von Arbutus.
Zudem kursieren Gerüchte über eine mögliche Übernahme von Revolution Medicines, was das Krebsmedikamenten-Portfolio weiter stärken würde.
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