MSD leitet eine weitreichende Umstrukturierung seines größten Geschäftsbereichs ein. Der US-Pharmakonzern teilte am Montag mit, dass die Human-Health-Sparte künftig in zwei separate Einheiten aufgeteilt wird: eine reine Onkologie-Einheit und eine zweite Sparte für alle Nicht-Krebs-Medikamente. Die Ankündigung ließ die Aktie im vorbörslichen NYSE-Handel um 1,4 Prozent auf 123 Dollar steigen.

Hinter der Neuorganisation steht eine existenzielle Herausforderung: Der Krebsblockbuster Keytruda, der 2025 über 30 Milliarden Dollar Umsatz generierte und damit fast die Hälfte der Gesamterlöse ausmachte, verliert 2028 seinen US-Patentschutz. Die strategische Aufteilung soll das Unternehmen gezielt auf die Zeit nach Keytruda vorbereiten.

Zwei neue Führungskräfte übernehmen

An die Spitze der Onkologie-Einheit rückt Jannie Oosthuizen, die zuvor das US-Geschäft von MSD Human Health leitete. Die Nicht-Onkologie-Sparte übernimmt ab dem 2. März Brian Foard, der von Sanofi kommt und dort zuletzt die gesamte Specialty-Care-Sparte verantwortete. Beide berichten direkt an CEO Robert M. Davis.

Die neue Nicht-Onkologie-Sparte vereint vielversprechende Produkte wie den HPV-Impfstoff Gardasil, das Diabetesmedikament Januvia und das erst kürzlich zugelassene Lungenkrankheitsmittel Winrevair. Von diesem Bereich verspricht sich MSD nach Angaben des Wall Street Journal erhebliches Wachstumspotenzial.

Pipeline mit 80 Phase-III-Studien

MSD treibt den Umbau mit massiven Investitionen voran. Das Unternehmen führt derzeit rund 80 Phase-III-Studien durch und plant in den kommenden Jahren mehr als 20 neue Markteinführungen – entweder völlig neue Medikamente oder zusätzliche Anwendungsgebiete für bestehende Präparate. Die Pipeline hat sich seit 2021 verdreifacht.

Parallel setzt der Konzern auf milliardenschwere Übernahmen von Biotechnologie-Unternehmen, um die erwarteten Einbußen durch den Keytruda-Patentauslauf auszugleichen. Zudem kooperiert MSD neuerdings mit der Mayo Clinic, um mittels künstlicher Intelligenz und fortgeschrittener Datenanalyse die Wirkstoffforschung zu beschleunigen.

Die Neuorganisation zeigt: MSD bereitet sich systematisch auf das Leben nach dem Keytruda-Monopol vor. Ob die Strategie aufgeht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen – spätestens 2028, wenn Generika-Hersteller auf den Markt drängen.