Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines hat heute sein bislang bestes Geschäftsjahr präsentiert – und verliert trotzdem deutlich an Wert. Die Aktie sackt am Vormittag um über 6 Prozent auf 373,40 Euro ab. Der Grund: Anleger sind vom Ausblick enttäuscht, besonders beim freien Cashflow.

Umsatz und Gewinn auf Rekordhöhe

Die Zahlen für 2025 sind beeindruckend. Der bereinigte Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, nach 7,5 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Noch stärker legte das operative Ergebnis zu: Plus 29 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Historische Höchstwerte über alle Kennzahlen hinweg. Doch die Börse schaut nach vorne – und dort trübt sich das Bild ein.

Cashflow-Prognose verfehlt Erwartungen

Für 2026 stellt MTU weiteres Wachstum in Aussicht. Doch beim freien Cashflow, der entscheidenden Kennzahl für die Liquidität, bleibt der Konzern hinter den Hoffnungen zurück. Das Unternehmen peilt rund 500 Millionen Euro an. Analysten von JP Morgan hatten jedoch mit 545 Millionen Euro gerechnet. Das operative Ergebnis liegt dagegen im Rahmen der Erwartungen.

Die US-Bank belässt MTU trotz der Enttäuschung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 465 Euro. Analyst David Perry verweist darauf, dass MTU bei seinen Prognosen typischerweise konservativ vorgeht. Die Vorsicht des Managements könnte also Spielraum für positive Überraschungen lassen.

Schwaches Marktumfeld belastet

Die MTU-Aktie kämpft zudem mit dem allgemeinen Börsenumfeld. Der DAX gibt heute um 0,2 Prozent auf 24.955 Punkte nach. Unsicherheiten reichen vom Zollchaos in den USA über mögliche Militärinterventionen im Iran bis hin zu Sorgen über disruptive KI-Anwendungen. In diesem Klima reichen selbst Rekordzahlen offenbar nicht aus, um Anleger zu überzeugen.