Münchener Rück Aktie: 123 auf 20 Milliarden Großschäden

Münchener Rück profitiert von ruhigerem Naturkatastrophen-Quartal. Analysten fokussieren Schaden-Kosten-Quote und Gewinnziel.

Münchener Rück Aktie
Kurz & knapp:
  • Deutlich weniger Großschäden im ersten Quartal
  • Schaden-Kosten-Quote soll sich verbessern
  • Aktie notiert unter gleitenden Durchschnitten
  • Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro im Fokus

Weniger Naturkatastrophen, höhere Margenhoffnung, schwächere Aktie: Bei der Münchener Rück passt die operative Erwartung derzeit nicht zur Kursentwicklung. Am Dienstag legt der Rückversicherer seine Zahlen für das erste Quartal vor. Der zentrale Punkt ist klar: Nach den hohen Großschäden im Vorjahr dürfte das Schadengeschehen deutlich entlastet haben.

Großschäden geben den Takt vor

Das Auftaktquartal verlief für die Branche deutlich ruhiger als ein Jahr zuvor. Damals belasteten vor allem Waldbrände in den USA die Rückversicherer. In den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres blieben vergleichbare Großereignisse aus.

Branchenexperten schätzen die versicherten Marktschäden aus Naturkatastrophen auf rund 20 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 123 Milliarden US-Dollar. Diese Differenz ist für die Münchener Rück operativ entscheidend, weil weniger Großschäden direkt auf die Profitabilität durchschlagen.

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Der Markt erwartet deshalb vor allem im Schaden- und Unfallgeschäft bessere Kennzahlen. Im Zentrum steht die Combined Ratio, also die Schaden-Kosten-Quote. Der Konsens rechnet mit etwa 75,1 Prozent, was einer Verbesserung um mehr als 8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche.

Eine Quote klar unter der Marke von 100 Prozent signalisiert profitables Underwriting. Wichtig ist dabei nicht nur das ruhigere Schadengeschehen. Auch die Preise für Rückversicherungsschutz blieben in den jüngsten Erneuerungsrunden auf einem attraktiven Niveau.

Aktie bleibt unter Druck

Die Kursentwicklung zeigt dennoch Zurückhaltung. Am Montag notiert die Aktie bei 499,30 Euro und liegt damit 0,89 Prozent im Minus. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang auf 9,12 Prozent.

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Damit handelt der Titel deutlich unter seinen gleitenden Durchschnitten. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt 7,14 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt 7,42 Prozent. Kein Wunder, dass der Zahlenbericht diesmal auch als Stimmungstest gelesen wird.

Der Vergleich mit Hannover Rück erhöht die Aufmerksamkeit. Der Wettbewerber hatte zum Wochenbeginn gemischte Signale geliefert, darunter einen überraschenden Umsatzrückgang. Bei der Münchener Rück richtet sich der Blick daher besonders auf die Strategie unter Vorstandschef Christoph Jurecka, der Margen stärker gewichtet als reines Volumenwachstum.

Für das Gesamtjahr hat das Management ein Gewinnziel von rund 6,3 Milliarden Euro ausgegeben. Ein starkes erstes Quartal würde diese Vorgabe untermauern. Am Dienstag zählen deshalb vor allem drei Punkte: die Entwicklung der Combined Ratio, das technische Ergebnis in der Rückversicherung und der Beitrag der Erstversicherungstochter Ergo.

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