Starke Gewinne, schwache Kurse — bei der Münchener Rück klaffen operative Realität und Börsenstimmung auseinander. Der Rückversicherer verdiente im ersten Quartal gut. Anleger schickten die Aktie am Freitag dennoch auf 475,10 Euro. Damit notiert das Papier nahe seinem 52-Wochen-Tief von 467,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 13 Prozent.
Der Kursrückgang überrascht auf den ersten Blick. Munich Re erzielte bis Ende März ein Nettoergebnis von rund 1,7 Milliarden Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis kletterte auf fast 2,7 Milliarden Euro. Ein Grund dafür waren wenige Großschäden. Zwei strukturelle Probleme überschatten diese Zahlen jedoch.
Währungseffekte und Preisdruck
Ein starker Euro drückt die Bilanz. Der Konzern schließt viele Verträge in US-Dollar ab. Die Folge: Der Umsatz aus Versicherungsverträgen sank um fast 800 Millionen Euro. Er fiel auf rund 15 Milliarden Euro.
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Parallel dazu sinken die Preise in der Schaden-Rückversicherung. Bei der Vertragserneuerung im April fielen die Raten um 3,1 Prozent. Das gezeichnete Geschäftsvolumen schrumpfte um 18,5 Prozent. Munich Re verzichtete bewusst auf unrentable Abschlüsse.
Marge schlägt Volumen
Finanzvorstand Andrew Buchanan verteidigt diesen Kurs. Der Konzern nehme lieber weniger Volumen in Kauf als schlechte Renditen. Die Konkurrenz agiert teilweise anders. Hannover Rück weitete ihr Geschäft zuletzt deutlich aus.
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Munich Re punktet derweil mit einer starken Kapitaldecke. Die Solvency-II-Quote liegt bei komfortablen 292 Prozent. Das erlaubt ein geplantes Aktienrückkaufprogramm von insgesamt 2,25 Milliarden Euro. Die erste Tranche über 900 Millionen Euro läuft bereits. Sie soll bis Ende August abgeschlossen sein. Damit stützt das Management den Kurs in der aktuellen Schwächephase.
Juli-Erneuerung als Gradmesser
Geopolitische Krisen belasten das Ergebnis bislang kaum. Schäden aus dem Iran-Krieg kosteten das Unternehmen rund 90 Millionen Euro. Das Management hält daher an seiner Jahresprognose fest. Am Ende des Jahres 2026 soll ein Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro stehen.
Im Juli steht die nächste große Erneuerungsrunde an. Der Vorstand erwartet hier ein weitgehend stabiles Preisniveau. Erfüllt sich diese Prognose, dürfte die Sorge vor einem Margenverfall abnehmen. Fällt der Preisdruck höher aus, wächst die Skepsis der Investoren.
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