Ein Gewinnsprung von fast 60 Prozent reicht an der Börse manchmal nicht aus. Munich Re hat im ersten Quartal zwar ordentlich verdient, verliert aber auf der Umsatzseite an Boden. Der Rückversicherer wählt bewusst einen anderen Weg als die Konkurrenz und schrumpft sein Neugeschäft zusammen.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Die Aktie rutschte am Dienstag um rund fünf Prozent auf 474,20 Euro ab und fiel damit auf ein neues Jahrestief. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier bereits mehr als 13 Prozent eingebüßt.
Gewinnsprung dank ruhiger Wetterlage
Dabei lesen sich die nackten Ergebnisse auf den ersten Blick hervorragend. Unter dem Strich stand im Auftaktquartal ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro, was einem Plus von 57 Prozent entspricht. Das Rückversicherungsgeschäft steuerte den Löwenanteil bei. Flankiert wurde das Ergebnis von Kapitalanlagen, die mit 1,68 Milliarden Euro deutlich mehr abwarfen als im Vorjahr.
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Der starke Zuwachs ist primär ein Basiseffekt. Im Vorjahr hatten kalifornische Waldbrände die Bilanz massiv belastet. Diesmal fielen die Großschäden in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung mit 130 Millionen Euro moderat aus. Entsprechend verbesserte sich die operative Marge im Segment auf 66,8 Prozent. Auch die finanziellen Folgen des Krieges am Persischen Golf blieben für die Münchener mit rund 90 Millionen Euro überschaubar.
Bewusster Verzicht auf Volumen
Auf der Umsatzseite enttäuschte der Konzern. Der Versicherungsumsatz sank um fünf Prozent auf 15 Milliarden Euro. Das Management verweist auf negative Währungseffekte durch den schwächeren US-Dollar. Indes liegt das eigentliche Marktthema in der Positionierung beim Neugeschäft.
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Während Wettbewerber wie Hannover Rück oder die französische SCOR ihr Volumen ausweiten, zieht sich Munich Re konsequent zurück. Bei der Erneuerungsrunde zum 1. April dampften die Münchener ihr Neugeschäft um 18,5 Prozent ein. Selbst bei diesem reduzierten Volumen musste der Konzern bereinigt um Inflation und Risiko einen Preisrückgang von 3,1 Prozent hinnehmen.
Barclays-Analyst Ivan Bokhmat ordnet die Strategie ein: Der Preisrückgang liege zwar am besseren Ende der eigenen Schätzungen. Der Volumenschwund falle jedoch sehr viel deutlicher aus als erwartet. Insgesamt hat Munich Re das Geschäftsvolumen bei Vertragserneuerungen seit dem Jahreswechsel um neun Prozent verringert.
Festhalten am Jahresziel
Finanzvorstand Andrew Buchanan verteidigt den Kurs. Er bewertet das Preisniveau weiterhin als gut und sieht den Konzern auf dem Weg zum angepeilten Jahresgewinn von 6,3 Milliarden Euro. Um die Profitabilität langfristig zu sichern, plant das Management Kostensenkungen von rund 600 Millionen Euro bis zum Ende des Jahrzehnts. Die nächste große Erneuerungsrunde im Juli liefert den nächsten konkreten Datenpunkt. Das Management peilt an, das Preisniveau bei strikter Volumendisziplin weitgehend zu halten.
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