Moody’s traut der Münchener Rück mehr zu. Die Ratingagentur hob am Freitag das Insurance Financial Strength Rating des Rückversicherers von Aa3 auf Aa2 an. Der Ausblick wechselt dabei von positiv auf stabil.
Starke Bilanz, breitere Aufstellung
Moody’s begründet die Anhebung mit der „sehr starken“ Bilanz des Konzerns. Ausschlaggebend war auch die fortschreitende Diversifikation. Die Münchener Rück verlässt sich immer weniger allein auf die klassische Schaden- und Unfallrückversicherung.
Parallel zur Ratingnews läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Zwischen dem 30. Juni und dem 8. Juli kaufte der Konzern 56.650 eigene Aktien zurück. Seit dem Start am 14. Mai summieren sich die Käufe auf gut 1,2 Millionen Papiere.
Das Ziel bleibt ambitioniert: Bis spätestens zur Hauptversammlung im April 2027 will die Münchener Rück Aktien im Wert von bis zu 2,25 Milliarden Euro einziehen. Weniger ausstehende Aktien bedeuten rechnerisch einen höheren Gewinn je Aktie.
Preisdruck trifft auf Kapitalstärke
Das operative Geschäft läuft derweil gegen den Wind. Der globale Rückversicherungsmarkt dreht sich zugunsten der Käufer. In der laufenden Juli-Erneuerungsrunde macht sich das durch spürbaren Preisdruck bemerkbar.
Die Münchener Rück setzt dem ihre Kapitalstärke entgegen. Statt um jeden Preis Prämien zu wachsen, opfert der Konzern Volumen für bessere Ergebnisqualität. Analysten von Metzler Capital Markets sehen das Unternehmen dennoch auf Kurs für das Nettogewinnziel von 6,3 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2026. Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung am 10. Juli.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 504,40 Euro, ein Plus von 0,56 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 1,33 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 9,72 Prozent.
Seit dem Jahrestief von 437,50 Euro Anfang Juni hat sich der Kurs um über 15 Prozent erholt. Zum bisherigen Jahresverlauf bleibt aber ein Minus von 8,12 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 605,00 Euro aus dem August 2025 fehlen der Aktie noch rund 16,6 Prozent.
Der RSI von 64,8 signalisiert dabei keine Überhitzung, deutet aber auf anhaltenden Kaufdruck hin. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 64,44 Milliarden Euro.
Die kommende Woche dürfte weiter im Zeichen des Preisdrucks in der Rückversicherung stehen. Am 7. August folgen die Halbjahreszahlen für das zweite Quartal 2026 — dann zeigt sich, ob die Kapitalstärke des Konzerns tatsächlich reicht, um das Gewinnziel zu untermauern.
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