Starke Gewinne reichen nicht. Munich Re hat im ersten Quartal deutlich mehr verdient und hält am Jahresziel fest. Die Aktie fällt trotzdem auf ein neues Tief. Der Grund liegt nicht im Ergebnis, sondern im Blick nach vorn: Preise und Wachstum im Rückversicherungsgeschäft geraten unter Druck.
Gewinn überzeugt, Umsatz enttäuscht
Der Überschuss stieg im ersten Quartal auf gut 1,7 Milliarden Euro. Geholfen haben deutlich geringere Katastrophenschäden. In der Schaden-Rückversicherung sprang der Gewinn um 145 Prozent auf 841 Millionen Euro.
Auch die Profitabilität sah stark aus. Die Combined Ratio in der Rückversicherung fiel auf 66,8 Prozent nach 83,9 Prozent im Vorjahr. Erwartet worden waren 74,6 Prozent. Diese Kennzahl zeigt, wie viel von den Prämien für Schäden und Kosten aufgeht.
Soweit so gut. Der Markt störte sich an einer anderen Stelle.
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Der Versicherungsumsatz lag bei 15,0 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 16,0 Milliarden Euro gerechnet. Damit blieb ein wichtiger Wachstumstreiber hinter den Erwartungen zurück.
Preisdruck wird zum Problem
Besonders sensibel reagierte der Markt auf die Erneuerungsrunde zum April. Bereinigt um Inflation und veränderte Risiken sanken die Preise um 3,1 Prozent. Munich Re reduzierte das Geschäftsvolumen in dieser Runde um 18,5 Prozent.
Das Management begründet den Rückzug mit Disziplin. Geschäft, das nicht zu den gewünschten Preisen und Bedingungen passte, wurde nicht verlängert oder neu gezeichnet. Diese Haltung schützt Margen, kann aber Umsatz kosten.
Hier liegt der Kernkonflikt. Munich Re zeigt hohe Profitabilität, verzichtet aber auf Volumen, wenn die Preise nicht stimmen. Hannover Rück baute das Geschäft in derselben Runde dagegen aus. Das macht den Vergleich für den Markt unangenehm.
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Am Dienstag schloss die Aktie bei 472,40 Euro auf dem Tief der vergangenen zwölf Monate. In 30 Tagen verlor sie 14,64 Prozent. Der Abstand zum Hoch vom August liegt bei fast 22 Prozent.
Analysten bleiben vorsichtig
Jefferies bleibt bei „Hold“ und nennt ein Kursziel von 600 Euro. Analyst Philip Kett verweist auf den Preisrückgang bei den April-Erneuerungen. Den verfehlten operativen Gewinn stuft er als weniger wichtig ein.
RBC klingt zurückhaltender. Die Bank bleibt bei „Sector Perform“ und sieht das Kursziel bei 560 Euro. Analyst Ben Cohen betont, dass Munich Re Preisdisziplin zeigt, sieht aber Risiken für die Markterwartungen beim Gesamtertrag.
Der Konzern hält weiter am Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro fest. Für die Erneuerungsrunde im Juli erwartet Munich Re ein weitgehend stabiles Preisniveau. Genau dort dürfte sich zeigen, ob Disziplin und Wachstum wieder besser zusammenpassen.
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