Nach 139 Hauptversammlungen hat Munich Re einen klaren Schnitt vollzogen. KPMG übernimmt ab dem Geschäftsjahr 2026 die Abschlussprüfung — und löst damit EY ab.
Wirecard-Nachwehen erzwingen Wechsel
Der Grund für den Abgang von EY ist bekannt: Die Prüfaufsicht APAS hatte EY nach dem Wirecard-Skandal mit einem Neukundenverbot belegt. Munich Re zog die Konsequenz.
KPMG ist dabei kein Neuling. Die Berliner Gesellschaft prüfte den Rückversicherer bereits bis 2019. Neben dem klassischen Abschluss übernimmt KPMG auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung — relevant angesichts der laufenden CSRD-Umsetzung in Europa.
Dividende über Erwartung, Rückkauf in Milliardenhöhe
Am Tag der Hauptversammlung verlor die Aktie 3,57 Prozent auf 524,20 Euro. Das ist der typische Dividendenabschlag-Effekt: Am 5. Mai 2026 schüttet Munich Re 24 Euro je Aktie aus. Der Markt hatte knapp 22 Euro erwartet — ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit einem Vierteljahrhundert hat das Management die Dividende nicht gekürzt.
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Ein neues Aktienrückkaufprogramm ergänzt die Ausschüttung. Der Vorstand plant Käufe für bis zu 2,25 Milliarden Euro. Die gesamte Kapitalrückführung summiert sich auf 5,3 Milliarden Euro.
Weniger Prämien, mehr Disziplin
Operativ setzt das Management auf strikte Margendisziplin. Bei den Vertragserneuerungen im Januar 2026 fiel das Portfoliopricing um 2,5 Prozent. Naturkatastrophendeckungen verbilligten sich sogar um rund 6 Prozent.
Munich Re lehnte Geschäft ab, das die eigenen Renditeschwellen nicht erfüllte. Das Ergebnis: Das geschriebene Prämienvolumen sank um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Dazu kommt Währungsgegenwind — ein starker Euro drückt auf Prämien und Gewinne, die zu einem erheblichen Teil in US-Dollar anfallen.
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Im Aufsichtsrat gibt es ebenfalls Bewegung. Clement B. Booth legte sein Mandat zum Ende der Hauptversammlung nieder. Die Aktionäre ebneten den Weg für Joachim Wenning, den früheren Vorstandschef, der nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist einrückt.
Gewinnziel und erster Praxistest
Das Management peilt für 2026 einen Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro an. Die Eigenkapitalrendite soll über 18 Prozent liegen. Die Strategie „Ambition 2030″ sieht jährliches Gewinnwachstum je Aktie von mehr als 8 Prozent vor — bei einer Ausschüttungsquote von über 80 Prozent.
Ob die restriktive Zeichnungspolitik diese Ziele trägt, zeigen die Q1-Zahlen im Mai. Sie sind der erste Praxistest nach dem Strategieschwenk.
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