Fünf Jahre nach dem Wirecard-Debakel zieht der Schaden weiter seine Kreise. Bei Münchener Rück steht die Hauptversammlung am 29. April ganz im Zeichen eines Prüferwechsels — und der Grund dafür ist eindeutig.
EY muss gehen, KPMG kommt zurück
EY prüft die Bücher von Munich Re seit 2020. Allerdings steht das Unternehmen seit dem Wirecard-Skandal massiv unter Druck. Die Prüferaufsicht APAS verhängte 2023 empfindliche Strafen und ein zeitlich begrenztes Wettbewerbsverbot für Neuaufträge — Sorgfaltspflichtverletzungen galten als erwiesen.
Der Prüfungsausschuss empfiehlt daher KPMG als Nachfolger. Formal stehen beide Gesellschaften zur Wahl, die Präferenz ist jedoch klar. KPMG soll ab dem Geschäftsjahr 2026 übernehmen — inklusive der Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der europäischen CSRD-Richtlinie. Es wäre eine Rückkehr: KPMG prüfte Munich Re bereits bis 2019.
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Neben dem Prüferwechsel erklärt Aufsichtsratsmitglied Clement B. Booth seinen Rücktritt zum Ende der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat schlägt einen Nachfolger für die verbleibende Amtszeit vor.
Profitabilität vor Volumen
Das operative Geschäft folgt einer klaren Linie. In der Erneuerungsrunde im Januar 2026 ließ das Management bewusst unrentable Verträge auslaufen. Das Bruttoprämienvolumen schrumpfte dadurch um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro — gewollt, nicht erzwungen.
Für die laufende April-Erneuerungsrunde rechnen die Verantwortlichen mit stabilen Preisen. Das Rückversicherungssegment könnte dann einen Jahresgewinnbeitrag zwischen 5,2 und 5,4 Milliarden Euro liefern. Das Ziel für 2026: ein Konzernnettoergebnis von rund 6,3 Milliarden Euro.
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Das laufende Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro schließt spätestens zur Hauptversammlung ab. Am 30. April wird die Aktie ex Dividende gehandelt, die Auszahlung folgt am 5. Mai. Die Aktie notiert aktuell bei rund 558 Euro — gut 8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom April 2025.
Strategie bis 2030
Die im Dezember 2025 vorgestellte „Ambition 2030″ gibt den Rahmen vor. Munich Re peilt eine Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent an. Dazu soll der Gewinn je Aktie jährlich um mehr als 8 Prozent wachsen.
Ob das realistisch ist, zeigt sich schon bald: Ende Mai veröffentlicht Munich Re die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026. Das ist der erste konkrete Beleg, ob das Renditeziel hält — und ob die Zeichnungsdisziplin des Januars die richtigen Früchte trägt.
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