Heute trifft bei Mutares einiges auf einmal ein. Der vollständige Geschäftsbericht 2025 mit testierten Zahlen, die Handelszulassung der neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung — und die Frage, ob das Management die Bilanzrisiken glaubwürdig eingrenzen kann.
Covenant-Verstoß und der Weg heraus
Im Kern geht es um einen Verstoß gegen eine Finanzkennzahl aus den Anleihebedingungen. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital hat die vereinbarte Grenze überschritten — ausgelöst durch Bewertungseffekte, eine schwächere Transaktionsaktivität im vierten Quartal 2025 und deutlich gestiegene Leasingverbindlichkeiten. Die Anleihegläubiger beider Nordic Bonds (2023/27 und 2024/29) stimmten einem Waiver zu. Das verschafft dem Münchner Beteiligungskonzern Spielraum, löst das Problem aber nicht dauerhaft.
Das Management hat mit einem verbindlichen Rückzahlungsplan reagiert. Ab dem zweiten Quartal 2026 sollen pro Quartal mindestens 25 Millionen Euro der Anleihe 2023/2027 zurückgekauft werden. Bis Jahresende 2026 soll der Gesamtnominalbetrag beider Anleihen auf 250 bis 300 Millionen Euro sinken. Entscheidend dabei: Die bereits unterzeichneten Übernahmen von Wärtsilä Gas Solutions und dem ETP-Geschäft von SABIC sollen die Finanzkennzahl per Ende Juni 2026 wieder in den zulässigen Bereich bringen.
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Kapitalerhöhung und Portfolioumbau
Die Anfang April gestartete Kapitalerhöhung ist abgeschlossen. Zum Bezugspreis von 24,50 Euro je Aktie wurden rund 96 Prozent der angebotenen 3,2 Millionen neuen Aktien gezeichnet. Rund 80 Prozent der Erlöse fließen in die US-Expansion — neben dem bestehenden Standort in Chicago plant Mutares einen zweiten US-Standort. Die Akquisitionspipeline dort umfasst Ziele mit einem Umsatzvolumen von rund 4,8 Milliarden Euro.
Parallel läuft die Portfoliobereinigung. Der Verkauf der inTime Group ist abgeschlossen. Peugeot Motocycles soll an das Management-Team gehen, das polnische Busunternehmen Relobus an den Infrastrukturinvestor Infracapital — beide Transaktionen sind für Q2 2026 geplant. Auf der Kaufseite kommen das europäische Automobilbeleuchtungsgeschäft von Magna sowie ein Dachsystemgeschäft hinzu, ebenfalls im zweiten Quartal.
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Operative Zahlen mit Licht und Schatten
Das Holding-Nettoergebnis für 2025 stieg auf 130,4 Millionen Euro, nach 108,3 Millionen Euro im Vorjahr. Für 2026 prognostiziert der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einen Holdinggewinn zwischen 165 und 200 Millionen Euro.
Die Kursreaktion der vergangenen Wochen zeigt, wie skeptisch der Markt die Lage einordnet. Die Aktie notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Tief von 23,60 Euro — rund 21 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Kein Wunder, dass der heutige Tag mit Spannung erwartet wird.
Am 12. Mai veröffentlicht Mutares die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 — dann liefert das Unternehmen erste messbare Belege dafür, ob der Schuldenabbau tatsächlich greift. Am 3. Juli folgt die ordentliche Hauptversammlung, auf der auch die Dividendenfähigkeit für 2025 zur Sprache kommen dürfte.
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