Mutares steht vor einer entscheidenden Woche. Die Schonfrist für wichtige Kreditbedingungen endet zum Monatswechsel. Gelingt der Nachweis der finanziellen Stabilität nicht, drohen dem Münchner Beteiligungsunternehmen Probleme bei der Finanzierung.

Am Freitag verlor das Papier 2,44 Prozent und schloss bei 27,95 Euro. Damit rutschte die Aktie unter ihren 200-Tage-Durchschnitt. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf fast fünf Prozent.

Frist für die Anleihe-Gläubiger

Mutares hatte im vergangenen Geschäftsjahr eine zentrale Kennzahl gerissen. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital entsprach nicht mehr den vertraglichen Anleihebedingungen. Die Gläubiger gewährten daraufhin einen Verzicht, der nun ausläuft.

In den kommenden Tagen muss das Unternehmen beweisen, dass die Bilanz wieder im Lot ist. Gelingt dieser Nachweis nicht, könnten Gläubiger ihre Kredite theoretisch kündigen. Das Management arbeitet deshalb mit Hochdruck an der Bilanzierung.

Bilanzrettung durch Zukäufe

Die Konzernführung nutzt gezielte Übernahmen, um das Eigenkapital zu stärken. Das Prinzip: Mutares kauft Unternehmen unter ihrem Buchwert. Diese Differenz verbucht der Konzern sofort als Gewinn in der Bilanz.

Zuletzt unterzeichnete Mutares den Kauf des tschechischen Spezialisten Synthomer. Parallel dazu trieb das Team die Übernahmen von Wärtsilä Gas Solutions und einem Teilgeschäft von SABIC voran. Der SABIC-Deal ist mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz besonders gewichtig für die Kennzahlen.

Schuldenabbau und Insider-Signale

Neben den Zukäufen senkt Mutares die Verbindlichkeiten. Der Konzern kaufte zuletzt eigene Anleihen im Wert von 18 Millionen Euro zurück. Das langfristige Ziel ist ein Anleihevolumen von unter 300 Millionen Euro.

Ein Aufsichtsratsmitglied verkaufte jedoch jüngst eigene Aktienpakete. Marktteilnehmer werteten dies kurz vor dem wichtigen Bilanzstichtag als vorsichtiges Signal. Solche Nachrichten sorgen oft für zusätzliche Nervosität unter den Anlegern.

Anfang der Woche muss Mutares die Einhaltung der Kreditregeln offiziell bestätigen. Danach rückt die Hauptversammlung im Juli in den Mittelpunkt. Dort stimmen die Aktionäre über die vorgeschlagene Dividende von 2,00 Euro je Aktie ab.