Mutares steht heute, am 29. Juni 2026, vor einem entscheidenden Prüftermin. Der Münchner Beteiligungsinvestor muss nachweisen, dass er eine zentrale Finanzkennzahl seiner Anleihen wieder einhält — nach einem Ausnahmejahr, in dem die Gläubiger auf die Einhaltung verzichtet hatten. Der Vorstand zeigt sich zuversichtlich: Die Kennzahl werde nicht nur eingehalten, sondern signifikant unterschritten.
Anleihen unter der Lupe
Mutares hatte für das Geschäftsjahr 2025 bei seinen Anleihegläubigern eine sogenannte Written Resolution beantragt — einen formellen Verzicht auf die Einhaltung der relevanten Finanzkennzahl. Die Gläubiger stimmten zu. Dieser Verzicht galt bis einschließlich heute.
Parallel plant Mutares, den ausstehenden Nominalbetrag unter seinen zwei Anleihen bis Ende 2026 auf 385 Millionen Euro zu senken. Das signalisiert: Das Unternehmen will seinen Verschuldungsgrad aktiv reduzieren.
Zukauf und Exit im Doppelpack
Inmitten dieses bilanziellen Drucks dreht Mutares das Transaktionskarussell weiter. Auf der Kaufseite: Mutares erwirbt Synthomer a.s. von Synthomer plc — einen tschechischen Hersteller von Acrylatlösungen für Bauchemie, Beschichtungen und Klebstoffe. Das Unternehmen erzielte 2025 rund 110 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt rund 300 Mitarbeitende.
Die Transaktion folgt einem für Mutares typischen Muster. Kein initialer Kaufpreis bei Abschluss — stattdessen eine Cash-Sharing-Vereinbarung von bis zu 12 Millionen Euro über drei Jahre. Der Vollzug ist für Ende des dritten Quartals 2026 geplant.
Synthomer a.s. stärkt das neue Segment Chemicals & Materials. Dieses Segment baut Mutares gerade gezielt aus — auch mit dem geplanten Erwerb des Engineering-Thermoplastics-Geschäfts von SABIC, der größten Übernahme der Firmengeschichte.
Auf der Verkaufsseite trennt sich Mutares von NEM Energy B.V. Der Käufer: Hyundai Heavy Industries Power Systems. Mutares hatte NEM Energy im Dezember 2022 von Siemens Energy übernommen und seitdem zur eigenständigen, profitablen Plattform aufgebaut. Der Kaufpreis bleibt vertraulich. Der Vollzug ist ebenfalls für das dritte Quartal 2026 erwartet.
Prognose bleibt ambitioniert
Für 2026 stellt Mutares einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro in Aussicht. Der Jahresüberschuss in der Holding soll zwischen 165 und 200 Millionen Euro liegen.
Die Aktie notierte zuletzt bei 27,70 Euro — ein Minus von knapp 3 Prozent. Ob der heutige Covenant-Ausgang die Stimmung dreht, zeigt sich noch im Tagesverlauf.
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