Die Mutares-Aktie markiert mit 23,60 Euro ein frisches 52-Wochen-Tief. Ausgerechnet jetzt steht das Private-Equity-Haus vor einem entscheidenden Termin. Am 28. April veröffentlicht das Unternehmen den testierten Jahresabschluss. Zeitgleich fließen die neuen Papiere aus der jüngsten Kapitalerhöhung in die Depots der Anleger.

Warnsignal in der Bilanz

Der Bericht ist weit mehr als eine Formalie. Auf Basis vorläufiger Daten geht der Vorstand davon aus, dass ein Covenant der laufenden Anleihe reißen könnte. Konkret wackelt das vorgeschriebene Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital. Ursächlich dafür sind Bewertungseffekte und deutlich gestiegene Leasingverbindlichkeiten im abgelaufenen Jahr.

Der Wirtschaftsprüfer muss nun den Jahresüberschuss von rund 130 Millionen Euro und den Konzernumsatz von 6,5 Milliarden Euro offiziell absegnen. Marktbeobachter dürften den Fokus auf die genaue Dokumentation der Bilanzlage legen. Schließlich plant Mutares ab dem zweiten Quartal, regelmäßig Anleihe-Tranchen im Volumen von mindestens 25 Millionen Euro zurückzukaufen.

Frisches Geld für US-Expansion

Eine zentrale Rolle für die Entschuldung spielt die frisch abgeschlossene Bezugsrechtskapitalerhöhung. Mutares sammelte brutto rund 105 Millionen Euro ein. Die neu ausgegebenen Aktien wechselten zu je 24,50 Euro den Besitzer.

Ein Großteil der Papiere ging an institutionelle Investoren aus den USA und Großbritannien. Das Orderbuch der Vorabplatzierung war fast dreifach überzeichnet. Etwa 80 Prozent der Erlöse fließen direkt in weitere US-Akquisitionen. Der Rest stärkt das Eigenkapital und dient als Puffer für den geplanten Covenant-Ausgleich.

Blick auf das operative Geschäft

Abseits der Bilanzthemen zeigt das Portfolio laut Management eine hohe operative Dynamik. Besonders Beteiligungen aus den Bereichen Energie, Verteidigung und Infrastruktur profitieren von strukturellem Wachstum. Für das Portfoliounternehmen Efacec erwartet Mutares im laufenden Jahr ein operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 40 und 50 Millionen Euro.

Der weitere Fahrplan steht bereits fest. Am 12. Mai liefert die Quartalsmitteilung erste Belege, wie schnell der Schuldenabbau greift. Danach richtet sich der Blick auf die Hauptversammlung am 3. Juli. Dort steht die Abstimmung über die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr auf der Tagesordnung.