Mutares trennt sich von seiner polnischen Drogeriemarktkette. Die Beteiligungsholding hat mit der Grupa Kapitalowa Specjal eine Vereinbarung über die wesentlichen Bedingungen des Verkaufs von Natura unterzeichnet. Es ist ein weiterer Schritt beim Rückzug aus dem Retail-Segment.

Kaufvertrag und Vollzug im Schlussquartal angestrebt

Noch ist der Deal nicht abgeschlossen. Die Parteien wollen den eigentlichen Kaufvertrag unterzeichnen und die Transaktion im vierten Quartal 2026 vollziehen. Voraussetzung ist die fusionskontrollrechtliche Freigabe durch die polnische Wettbewerbsbehörde UOKiK, hinzu kommen weitere übliche Vollzugsbedingungen. Zum Kaufpreis macht Mutares keine Angaben.

Natura zählt zu den drittgrößten Drogeriemarktketten Polens. Das Unternehmen betreibt mehr als 190 Filialen und eine wachsende Online-Plattform. Im Sortiment finden sich Düfte, Make-up, Gesichts- und Körperpflege sowie Haarpflege, neben internationalen Marken auch Eigenmarken.

Transformation seit Ende 2024

Mutares hatte Natura Ende 2024 übernommen und seither umgebaut. Der Konzern schloss den komplexen Carve-out ab und passte das Logistikmodell an. Unrentable Filialen wurden geschlossen oder verlagert, das Management wurde verstärkt.

CIO Johannes Laumann sieht Natura nun als eigenständigen Einzelhändler „mit einem klaren Weg in Richtung Profitabilität“. Das ist die klassische Mutares-Logik: Krisenfälle kaufen, stabilisieren, weiterreichen.

Käufer mit Heimvorteil

Der Käufer Specjal sitzt in Rzeszów und gehört zu den größten FMCG-Groß- und Einzelhandelsgruppen des Landes. Die Gruppe beliefert angeschlossene Standorte unter Marken wie Nasz Sklep, Livio, Rabat Detal und SPAR. Sie setzte 2025 rund 4,6 Milliarden Zloty um.

Unter dem Dach von Specjal soll Natura von Einkaufsstärke, Logistik und landesweiter Präsenz profitieren. Mutares peilt den Abschluss noch vor Jahresende an. Mit der Freigabe der UOKiK steht und fällt der Zeitplan.