Die Mutares-Aktie beendete die Handelswoche stark bei 29,40 Euro. Damit eroberte der Titel die wichtige 200-Tage-Linie zurück. Ein positives Signal. Der eigentliche Belastungstest steht allerdings erst noch an. Am 29. Juni läuft die Schonfrist der Anleihegläubiger ab.
Kampf um die Finanzkennzahlen
Ende 2025 verfehlte der Konzern den Verschuldungsgrad bei zwei Anleihen. Die Gläubiger gewährten daraufhin Aufschub. Das Management steuert nun massiv gegen. Die Gesamtverschuldung soll bis Jahresende deutlich sinken. Das Ziel: von 385 Millionen Euro auf maximal 300 Millionen Euro.
Parallel plant Mutares ab dem zweiten Quartal 2026 regelmäßige Rückkäufe. Mindestens 25 Millionen Euro fließen vierteljährlich in diesen Abbau. Beteiligungsverkäufe finanzieren diese Maßnahmen. Der Vorstand rechnet fest mit der Einhaltung der Vorgaben zum Stichtag.
Verkäufe bringen frisches Kapital
Ein zentraler Baustein ist die laufende Verkaufsstrategie. Mutares veräußert die Tochter NEM Energy an Hyundai Heavy Industries. Der Abschluss ist für das dritte Quartal geplant. Zusätzlich ging der Benelux-Vertrieb der Sparte F.lli Ferrari an die HMF Group. Dieser Bereich bringt 35 Millionen Euro Umsatz mit.
Auch das operative Geschäft liefert Argumente. Der Konzernumsatz kletterte im ersten Quartal um zehn Prozent auf knapp 1,68 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kehrte zeitgleich in die Gewinnzone zurück. Es stieg auf 11,1 Millionen Euro.
Termine und Dividende im Fokus
Abseits der Bilanzsanierung treibt das Unternehmen die US-Expansion voran. Eine Kapitalerhöhung brachte im April rund 105 Millionen Euro ein. Mutares plant neben Chicago einen zweiten US-Standort. Die dortige Übernahmepipeline umfasst Projekte mit fast fünf Milliarden Euro Umsatzvolumen.
Für Aktionäre wird die kommende Woche entscheidend. Seit dem April-Tief hat die Aktie bereits 26 Prozent zugelegt. Am 3. Juli stimmt die Hauptversammlung über eine Basisdividende von 2,00 Euro ab.
Hält Mutares am 29. Juni den Covenant ein, ebnet das den Weg für weitere Ausschüttungen. Fällt der Konzern erneut durch die Prüfung, droht ein sofortiger Rückschlag.
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