Die Münchener Beteiligungsholding Mutares hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026 mit einer signifikanten operativen Verbesserung abgeschlossen. Während das Unternehmen durch die Integration von NexPoint Materials die größte Übernahme seiner Firmengeschichte vollzog, kehrte das bereinigte Ergebnis auf Konzernebene deutlich in die Gewinnzone zurück. Das Management bestätigte vor diesem Hintergrund die Prognosen für das Gesamtjahr.

Operative Erholung und Umsatzwachstum

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steigerte Mutares den Konzernumsatz um 9 % auf 3,4 Milliarden Euro, verglichen mit 3,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Besonders deutlich fiel die Entwicklung beim bereinigten Ergebnis aus: Das Adjusted EBITDA belief sich auf 67 Millionen Euro, nachdem im ersten Halbjahr des Vorjahres noch ein operativer Verlust von 89 Millionen Euro verbucht worden war. Das unbereinigte EBITDA im Konzern erreichte 349 Millionen Euro, was jedoch unter dem Vorjahreswert von 598 Millionen Euro lag.

Am heutigen Mittwoch notiert die Aktie bei 27,05 Euro, was einem leichten Zuwachs von 0,56 % entspricht. Trotz der operativen Fortschritte verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von 9,83 %. Die Holding-Umsatzerlöse, die primär aus Beratungsleistungen und Management-Fees resultieren, beliefen sich im ersten Halbjahr auf 49 Millionen Euro nach 53 Millionen Euro im Vorjahr.

Strategische Expansion durch Großakquisitionen

Ein wesentlicher Meilenstein war der am 04. August vermeldete Abschluss der Übernahme des Bereichs Engineering Thermoplastics von SABIC. Das nun als NexPoint Materials firmierende Unternehmen ist mit einem Jahresumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro der bisher größte Zukauf der Konzerngeschichte.

Mit acht Produktionsstandorten in Amerika und Europa bildet es den Kern des neu etablierten Segments Chemicals & Materials. Parallel dazu schloss Mutares am 05. August den Erwerb des Car Top Systems-Geschäftsbereichs von Magna ab, der künftig als eigenständiger Automobilzulieferer CTS agiert.

Auf der Verkäuferseite zeigte sich das Unternehmen im ersten Halbjahr ebenfalls aktiv. Neben dem Abschluss des Ausstiegs bei der Terranor Group nach deren Börsengang wurden unter anderem Kalzip, die inTime Group und Peugeot Motocycles veräußert.

Medienberichten zufolge wird der Vollzug des Verkaufs der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems noch für das dritte Quartal 2026 erwartet. Auch der Verkauf von Walor Precision Turning soll in diesem Zeitraum abgeschlossen werden.

Ausblick und Analystenbewertung

Das Management hält an seiner Guidance für das Gesamtjahr 2026 fest. Erwartet wird ein Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie ein Jahresüberschuss der Holding in einer Spanne von 165 bis 200 Millionen Euro.

Bis zum Jahr 2030 strebt Mutares ein jährliches Wachstum des Konzernumsatzes und des Nettoergebnisses der Holding von jeweils mindestens 25 % an. Zur Stärkung der Bilanz schloss das Unternehmen im Juni den Rückkauf eigener Nordic Bonds mit einem Nominalvolumen von 18 Millionen Euro ab.

Die Analysten von Sphene Capital bestätigten in einer Studie vom 06. August ihre Kaufempfehlung für den Wert. Das Kursziel wurde dabei geringfügig von 49,40 Euro auf 49,30 Euro angepasst, was das Analysehaus mit einer bewertungstechnischen Anpassung aufgrund höherer Diskontierungssätze begründete.

Die grundsätzliche Einschätzung der operativen Dynamik bleibt davon unberührt. Ein weiterer Fokus für Investoren liegt auf dem kommenden Earnings Call, den das Unternehmen für den 18. August angekündigt hat.