Das Münchner Beteiligungsunternehmen Mutares hat sich frisches Kapital gesichert. Während die internationale Nachfrage nach den neuen Aktien hoch ausfiel, drückt operativ der Schuh bei den Schuldenkennzahlen. Ein drohender Covenant-Bruch zwingt das Management zum Handeln. Nun entscheidet sich, ob die aggressive US-Expansion die Bilanzrisiken aufwiegt.
Die Bezugsfrist für die laufende Kapitalerhöhung endete am Dienstag. Anleger konnten im Verhältnis fünf zu eins Papiere zum Vorzugspreis von 24,50 Euro erwerben. Mutares gibt bis zu 4,27 Millionen neue Aktien aus. Das entspricht etwa einem Fünftel des bisherigen Grundkapitals.
Institutionelle Investoren zeigten im Vorfeld großes Interesse. Das Orderbuch war fast dreifach überzeichnet, ein Großteil der Aufträge stammte aus den USA und Großbritannien. Mit der Maßnahme sammelt der Konzern bis zu 105 Millionen Euro brutto ein. Rund 80 Prozent dieser Mittel fließen in die nordamerikanische Expansion.
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Bilanzdruck zwingt zu Gegenmaßnahmen
Der verbleibende Teil der Erlöse dient der Stärkung der Bilanz. Auf Basis vorläufiger Zahlen für das vergangene Jahr rechnet der Vorstand damit, einen Covenant in den Anleihebedingungen zu verletzen. Konkret geht es um das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital. Ursächlich dafür sind Bewertungseffekte und gestiegene Leasingverbindlichkeiten.
Als Reaktion plant das Management ab dem zweiten Quartal ein Anleiherückkaufprogramm. Mindestens 25 Millionen Euro sollen vierteljährlich in die Entschuldung fließen. Am Aktienmarkt hinterlässt die Gemengelage Spuren. Mit einem Schlusskurs von 25,05 Euro notierte das Papier am Dienstag nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 16 Prozent.
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Verkauf der inTime Group und Blick auf das laufende Jahr
Parallel zur Kapitalmaßnahme treibt Mutares die Portfoliobereinigung voran. Im April verkaufte das Unternehmen alle Tochtergesellschaften der inTime Group an die Tawin Holdings Group. Der Logistikdienstleister durchlief seit der Übernahme im Spätsommer 2025 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Zuletzt erwirtschaftete die Sparte einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro.
Am 28. April liefert Mutares die neuen Aktien aus und veröffentlicht den vollständigen Geschäftsbericht mit erstmals testierten Zahlen. Für das laufende Jahr peilt das Management Konzernerlöse von mindestens 7,9 Milliarden Euro an. Der Jahresüberschuss soll auf bis zu 200 Millionen Euro steigen.
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