SpaceX liefert heute neue Argumente für den KI-Aufschwung im Nasdaq 100: Der erste Quartalsgewinn als börsennotiertes Unternehmen zeigt, dass sich der Ausbau von Rechenkapazitäten in Erträgen niederschlagen kann. Zusammen mit besseren Geschäftserwartungen von Super Micro stützen die Ergebnisse die Technologiewerte. Die Zweifel an der Rentabilität des gesamten KI-Ausbaus sind damit allerdings nicht ausgeräumt.

Gewinne statt bloßer Investitionsversprechen

SpaceX erzielte im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 4,4 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz erreichte 14,6 Mrd. US-Dollar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP fiel der Gewinn mehr als doppelt so hoch aus wie von Analysten erwartet.

Entscheidend für die Marktreaktion ist nicht allein der Gewinnsprung. Das KI-Geschäft trug zum Ergebnis bei und lieferte damit einen Gegenpunkt zu den Sorgen über immer höhere Investitionen. Reuters zufolge stärkten die Ergebnisse von SpaceX und Super Micro heute die Nachfrage nach KI-Aktien.

Wie groß das KI-Geschäft bei SpaceX inzwischen ist, verdeutlichen die von CNBC gemeldeten Zahlen: Der Umsatz dieses Bereichs erreichte 7,56 Mrd. US-Dollar. Damit gewinnt die Vermietung von Rechenkapazität für die Beurteilung des Unternehmens erhebliches Gewicht.

Für den Nasdaq 100 zählt auch die Bestätigung aus anderen Unternehmen. Super Micro stellte einen Quartalsumsatz und eine Gewinnmarge oberhalb der Analystenerwartungen in Aussicht. Die Angaben sind vorläufig. Sie stützen dennoch die Einschätzung, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur trotz der jüngsten Börsenturbulenzen anhält.

Der Nasdaq 100 gewinnt heute 1,2%. Der Anstieg begleitet damit konkrete Ergebnisnachrichten und nicht lediglich neue Ankündigungen hoher Investitionsbudgets.

Der Rentabilitätstest bleibt bestehen

Die Erleichterung trifft auf einen Markt, der bei KI-Ausgaben genauer hinsieht. Axios berichtet, dass Investoren zunehmend Nachweise für deren Rentabilität verlangen. Besonders unter Druck stehen Anbieter von KI-Rechenkapazität, deren Finanzierung und Bewertung Zweifel auslösen.

Auch die Aussagen zur Nachfrage bleiben uneinheitlich. Nebius-Umsatzchef Marc Boroditsky sagte CNBC heute, die Preise für KI-Rechenleistung stiegen stärker als erwartet. Nebius erwarte zudem, seine im kommenden Jahr verfügbare Kapazität vollständig zu verkaufen. Das spricht gegen einen unmittelbaren Nachfrageeinbruch.

Apollo-Chefökonom Torsten Sløk warnt dagegen davor, den Bedarf an Rechenleistung als unbegrenzt anzusehen. Höhere Preise und geringere Erträge könnten Kunden zu sparsamerer Nutzung oder günstigeren Alternativen bewegen. Nach seiner Einschätzung wächst das investierte Kapital bei den größten Hyperscalern schneller als die daraus erzielten Erträge.

Für Anleger im Nasdaq 100 ergibt sich daraus eine klare Unterscheidung: Die SpaceX-Zahlen liefern einen konkreten Beleg für wirtschaftlichen Erfolg im KI-Geschäft. Sie beweisen nicht, dass sich sämtliche angekündigten Rechenzentren und Investitionen gleichermaßen rechnen werden. Die heutige Erholung hat damit eine fundamentale Stütze – aber noch keinen branchenweiten Rentabilitätsnachweis.