Navitas Semiconductor steht unter erheblichem Druck. Kurz vor der Bekanntgabe der neuen Quartalszahlen flüchten Investoren aus dem Papier. Am Freitag rutschte die Aktie um fast neun Prozent ab und schloss bei 9,65 Euro.

Allianz für den südkoreanischen Markt

Eigentlich gab es zuletzt positive Nachrichten aus der Strategieabteilung. Navitas bestätigte eine Lizenzvereinbarung mit Magnachip Semiconductor. Der Partner will die Siliziumkarbid-Technologie von Navitas nutzen, um den südkoreanischen Markt zu erschließen.

Dabei konzentriert sich die Zusammenarbeit auf Hochspannungslösungen für 1200V, 2300V und 3300V. Magnachip fertigt diese Chips künftig in eigenen Fabriken vor Ort. Zielmärkte sind die Energieinfrastruktur, Stromnetze und die Automobilbranche.

Belastungsfaktoren und Volatilität

Das operative Geschäft zeigt Lichtblicke, allerdings ist die Liste der Sorgen lang. Ein Patentstreit mit Wolfspeed lastet auf den Kernprodukten des Unternehmens. Marktbeobachter befürchten rechtliche Konsequenzen für die wichtigen Produktlinien GaNFast und GeneSiC.

Hinzu kommt die Angst vor einer möglichen Verwässerung. Ein umfangreiches Programm zur Ausgabe neuer Aktien verunsichert die Händler. Parallel dazu belastet die schwache Nachfrage bei Elektroautos und im Solarsektor die gesamte Branche.

Die Aktie verlor innerhalb von 30 Tagen rund 40 Prozent an Wert. Damit notiert das Papier etwa 67 Prozent unter seinem Jahreshoch vom Mai. Anleger reagieren zunehmend nervös auf die anhaltende Kursschwäche.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 32 und deutet auf eine technisch überverkaufte Lage hin. Dennoch bleibt die Lage spekulativ. Die annualisierte Volatilität liegt derzeit bei extrem hohen 96 Prozent.

Navitas steht am Scheideweg. Der Fokus liegt nun vollständig auf dem Quartalsbericht Ende Juli. Erst ein überzeugender Ausblick auf die bereinigten Auftragsbücher könnte den aktuellen Abwärtstrend stoppen.