Navitas Semiconductor legt den zweiten Tag in Folge kräftig zu. Die Aktie des Chip-Herstellers für Galliumnitrid und Siliziumkarbid steigt um 7,85 Prozent auf 10,30 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 6,74 Prozent zu Buche — eine steile Erholung nach einer chaotischen Berichtswoche.
Verlustzahlen mit einem Haken
Navitas meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 10,5 Millionen Dollar. Das sind 22 Prozent mehr als im ersten Quartal, aber weniger als die 14,5 Millionen Dollar aus dem Vorjahresquartal. Die GAAP-Bruttomarge lag bei mageren 0,4 Prozent, belastet durch rund 4 Millionen Dollar Abschreibungen auf immaterielle Werte. Auf bereinigter Basis sieht das Bild deutlich besser aus: Die Non-GAAP-Bruttomarge kletterte auf 39,5 Prozent.
Der GAAP-Nettoverlust wirkt auf den ersten Blick dramatisch: 228,2 Millionen Dollar. Der Großteil davon, 203,1 Millionen Dollar, stammt jedoch aus einer nicht zahlungswirksamen Neubewertung einer Earnout-Verpflichtung. Bereinigt lag der Verlust bei 9,3 Millionen Dollar. Die Kassenposition wuchs derweil auf 557,4 Millionen Dollar.
Für das dritte Quartal rechnet Navitas mit einem Umsatz von 13,5 Millionen Dollar, plus oder minus 500.000 Dollar. Das entspräche einem Wachstum von rund 28 Prozent zum Vorquartal und dem Rückkehr zu Jahreswachstum. Das Management erwartet zudem eine Non-GAAP-Bruttomarge von etwa 39,7 Prozent bei operativen Kosten zwischen 15,5 und 17,5 Millionen Dollar.
Analysten uneinig über den fairen Wert
Die Zahlen lösten eine Welle unterschiedlicher Einschätzungen aus. Needham bestätigte sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 21 Dollar, Baird blieb bei „Outperform“ mit einem Ziel von 20 Dollar. Beide verweisen auf einen Rekord beim Book-to-Bill-Verhältnis und einen Auftragsbestand, der bereits bis ins Jahr 2027 reicht.
Andere Häuser sehen das nüchterner. Morgan Stanley senkte sein Kursziel von 13,70 auf 12,60 Dollar, Jefferies kappte seine Prognose von 15 auf 13 Dollar. Beide behielten ihre bisherigen Einstufungen jedoch bei. Die Spanne zwischen 12,60 und 21 Dollar zeigt, wie unterschiedlich Wachstumsoptimisten und Bewertungsskeptiker die Aktie derzeit einordnen.
Das Management selbst verweist auf ein wachsendes Auftragsbuch und erste Produktionsmuster seiner GaN- und SiC-Lösungen. Diese sollen unter anderem in Rechenzentren für KI-Anwendungen mit 800-Volt-Architektur zum Einsatz kommen. Ausgewählte Hyperscaler und XPU-Plattformen sollen ab 2027 hochfahren.
Der Absturz seit dem Frühjahr bleibt gewaltig
Trotz der jüngsten Erholung liegt die Aktie 64,73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 29,20 Euro, das sie am 26. Mai 2026 erreichte. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Minus von 29,45 Prozent zu Buche. Ein RSI-Wert von 41,1 deutet darauf hin, dass die Aktie nach dem Rebound weder überkauft noch überverkauft ist.
Die kommenden Quartale entscheiden, ob Navitas den wachsenden Auftragsbestand tatsächlich in nachhaltige Profitabilität verwandeln kann. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen den optimistischen Kurszielen der Wachstumsanalysten und den vorsichtigeren Einschätzungen der Bewertungsskeptiker gefangen.
Navitas Semiconductor Corporation-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Navitas Semiconductor Corporation-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Navitas Semiconductor Corporation-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Navitas Semiconductor Corporation-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Navitas Semiconductor Corporation: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

