Navitas Semiconductor baut seine Führungsspitze radikal um. Der Spezialist für Leistungshalbleiter richtet sich strategisch neu aus. Das mobile Geschäft rückt in den Hintergrund. Stattdessen fokussiert sich der Konzern auf margenstarke Chips für KI-Anwendungen. Das Ziel: Profitabilität.

Neues Team für den Kurswechsel

Für diesen Wandel hat das Unternehmen in den vergangenen Wochen entscheidende Personalien geklärt. Seit Ende März leitet Tonya Stevens als Finanzchefin die Geschicke. Sie soll den Weg aus den roten Zahlen ebnen. Parallel dazu verstärkt der Halbleiter-Veteran Davin Lee den Verwaltungsrat.

Der Umbau des Gremiums folgt einem klaren Plan. Bis zur Hauptversammlung im kommenden Jahr schrumpft der Verwaltungsrat auf acht Mitglieder. Das Management nennt diese Transformation intern Navitas 2.0. Die Führungsriege will sich künftig voll auf Hochleistungs-Halbleiter konzentrieren.

Raus aus dem Smartphone-Markt

Die jüngsten Quartalszahlen verdeutlichen den Handlungsdruck. Zum Jahresauftakt brach der Umsatz im Vorjahresvergleich um fast 39 Prozent ein. Am Ende standen Erlöse von 8,6 Millionen US-Dollar in den Büchern. Der operative Verlust belief sich auf knapp 28 Millionen US-Dollar.

Gegenüber dem Vorquartal stiegen die Einnahmen allerdings um 18 Prozent. Ein komfortables Finanzpolster sichert den Übergang ab. Navitas verfügt über liquide Mittel von rund 237 Millionen US-Dollar. Nennenswerte Schulden belasten die Bilanz nicht.

Der Konzern verabschiedet sich schrittweise aus dem schwächelnden Mobilfunkgeschäft. Bis zum Jahresende sollen diese Umsätze keine Rolle mehr spielen. Die Zukunft liegt in Galliumnitrid- und Siliziumkarbid-Technologien. Diese Bauteile sind für den boomenden Markt der Künstlichen Intelligenz unverzichtbar.

Bewährungsprobe vor Investoren

Für das laufende zweite Quartal rechnet der Vorstand mit einer weiteren Erholung. Die Erlöse sollen auf rund 10 Millionen US-Dollar klettern. Das neue Führungsduo muss diese Prognose nun vor Investoren verteidigen. Am 13. und 19. Mai präsentieren CEO Chris Allexandre und Finanzchefin Stevens ihre Strategie auf zwei großen US-Konferenzen.