Starke Kursgewinne, schwindendes Vertrauen der Führungsetage. Bei Nebius klaffen Markteuphorie und das Verhalten der eigenen Manager derzeit weit auseinander. Während die Aktie seit Jahresbeginn um 133 Prozent auf rund 177 US-Dollar nach oben schoss, trennen sich Führungskräfte im großen Stil von ihren Anteilen. Das sorgt kurz vor den Quartalszahlen für Nervosität.
Allein in den vergangenen drei Monaten summierten sich die Insiderverkäufe auf über 15 Millionen US-Dollar. Besonders die Transaktionen von Direktorin Elena Bunina fallen auf. Sie stieß Anfang Mai in zwei Schritten ein Drittel ihres Aktienbestands ab. Auch Technikchef Danila Shtan und weitere Manager machten Kasse. Sämtliche Verkäufe liefen über vorab festgelegte Handelspläne ab.
Schwächen in der Bilanzkontrolle
Die Verkaufswelle lenkt den Blick auf die Unternehmensstruktur. Gründer Arkady Volozh kontrolliert über einen Familientrust 52 Prozent der Stimmrechte. Nebius gilt damit an der Nasdaq als kontrollierte Gesellschaft und unterliegt weniger strengen Vorgaben zur Unabhängigkeit des Verwaltungsrats.
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Parallel dazu kämpft das Management mit den Folgen des rasanten Wachstums. Für das abgelaufene Geschäftsjahr meldete das Unternehmen wesentliche Schwächen bei den internen Kontrollen zur Finanzberichterstattung. Probleme gab es vor allem bei der Umsatzrealisierung der Sparte TripleTen. Die Mängel sollen bis Ende 2026 vollständig behoben sein. Bis dahin bleibt das Risiko unerkannter Fehler in den Bilanzen erhöht.
Milliardenverträge und hohe Investitionen
Operativ liefert der Cloud-Anbieter beachtliche Argumente für die hohe Bewertung. Im September sicherte sich Nebius einen Vertrag mit Microsoft über 17,4 Milliarden US-Dollar für GPU-Infrastruktur. Ein Abkommen mit Meta wurde im März auf bis zu 27 Milliarden US-Dollar ausgeweitet.
Um die Abhängigkeit vom reinen Verkauf von Rechenleistung zu verringern, kauft das Unternehmen gezielt zu. Auf die Übernahme der KI-Suchplattform Tavily folgte kürzlich der Zukauf von Eigen AI. Nebius will sich stärker als margenstarker Plattform-Anbieter positionieren. Eine Zertifizierung von Nvidia für das Training auf der neuesten GPU-Generation untermauert den technologischen Anspruch.
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Analysten warnen vor Finanzierungsrisiken
An der Wall Street gehen die Meinungen angesichts der aggressiven Expansion auseinander. Während Citi das Skalierungspotenzial der KI-Rechenzentren lobt, stufte Freedom Capital Markets die Aktie nach der jüngsten Rallye auf „Halten“ ab. Wolfe Research warnt explizit vor Finanzierungsrisiken.
Der Kapitalbedarf ist enorm. Die geplanten Investitionen für das laufende Jahr könnten die Marke von 20 Milliarden US-Dollar erreichen. Immerhin sind gut 60 Prozent dieser Summe durch Vorabzahlungen von Kunden gedeckt. Das mindert die Verwässerungsgefahr für Altaktionäre erheblich.
Am Mittwoch, den 13. Mai, legt Nebius die Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten erwarten einen massiven Umsatzsprung, rechnen aber im gleichen Schritt mit einem ausgeweiteten Verlust je Aktie. Der entscheidende Gradmesser ist die jährlich wiederkehrende Umsatzrate. Verfehlt das Unternehmen hier den Zielkorridor von sieben bis neun Milliarden US-Dollar, droht der hoch bewerteten Aktie ein scharfer Rücksetzer.
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