Nebius Group hat sich in wenigen Monaten von einem kaum bekannten AI-Cloud-Anbieter zu einer der auffälligsten Wachstumsstorys des Jahres entwickelt. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um mehr als 220 Prozent zu — und das Unternehmen gibt ordentlich Gas beim Ausbau.
Milliarden für den Kapazitätsausbau
Die Finanzierungsbasis ist beeindruckend. Nebius schloss das erste Quartal 2026 mit einer Liquiditätsreserve von 9,3 Milliarden Dollar ab. Dazu trugen eine Wandelanleihe über 4,3 Milliarden Dollar sowie eine Eigenkapitalbeteiligung von NVIDIA in Höhe von 2 Milliarden Dollar bei. Hinzu kamen Vorauszahlungen von Kunden, die den operativen Cashflow im Quartal auf 2,3 Milliarden Dollar hoben.
Diese Mittel fließen direkt in den Ausbau. Das Management erhöhte die Investitionsplanung für 2026 auf 20 bis 25 Milliarden Dollar — zuvor lag die Spanne bei 16 bis 20 Milliarden Dollar. Das ist kein vorsichtiges Hochsetzen der Latte, sondern ein klares Bekenntnis zur Beschleunigung. Kundenverträge für 2027 sollen bereits gesichert sein.
Nachfrage übersteigt das Angebot
Nebius beschreibt die Marktlage eindeutig: Verfügbare Kapazitäten werden vollständig ausgelastet. Die Nachfrage nach AI-Infrastruktur übertrifft das aktuelle Angebot. Finanziert wird der Ausbau auch über Asset-backed-Strukturen, die an Verträge mit großen Technologiekonzernen geknüpft sind.
Das institutionelle Interesse wächst. Virtu Financial LLC stockte seine Beteiligung im vierten Quartal um 350 Prozent auf, was einem Zukauf von rund 31.600 Aktien entspricht.
Kurs nahe am Jahreshoch
Am Donnerstag markierte die Aktie mit 260,75 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Zum Wochenschluss notierte sie bei 245,20 Euro — ein Tagesrückgang von 2,2 Prozent, der den Wochengewinn von über 22 Prozent kaum schmälert. Der RSI liegt bei 67,1, die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei über 109 Prozent. Kein Wunder: Wer innerhalb eines Jahres fast 484 Prozent zulegt, zieht auch nervöse Gewinnmitnahmen an.
Die nächste Bewährungsprobe kommt mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Dann wird sich zeigen, ob der Kapazitätsausbau im geplanten Tempo läuft und ob die gesicherten Kundenverträge tatsächlich in Umsatz umgewandelt werden.
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