Nebius Aktie: 684 Prozent Umsatzwachstum im Q1

Nebius verzeichnet leichten Kursrückgang nach Rekordhoch, untermauert Wachstumsstory aber mit starken Quartalszahlen und milliardenschweren Deals.

Nebius Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie fällt um fünf Prozent
  • Umsatzsprung um 684 Prozent
  • Milliarden-Deals mit Meta und Microsoft
  • Stromversorgung für US-Ausbau gesichert

Der Hype um die KI-Cloud-Firma Nebius bekommt einen Dämpfer. Am Donnerstag fällt die Aktie um rund fünf Prozent auf 206 Euro. Kein Grund zur Panik: Noch vor zwei Tagen markierte das Papier sein Allzeithoch bei 243 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 169 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar knapp 500 Prozent. Nebius zählt damit zu den explosivsten Werten im KI-Infrastruktur-Sektor.

Nvidia-Segen treibt die Fantasie

Der jüngste Höhenflug hat einen klaren Auslöser. Am 1. Juni präsentierte Nebius den Physical AI Workbench – eine Entwicklerplattform, die Simulation, synthetische Datengenerierung und Bereitstellungsworkflows in einer Software bündelt. Zeitgleich stellte Nvidia-Chef Jensen Huang das Unternehmen auf der Computex-Taipeh-Messe als einen von wenigen „Weltklasse-KI-Clouds“ heraus: „Wir haben kürzlich mit Nebius zusammengearbeitet. Sie wachsen unglaublich schnell.“

Der Workbench integriert Nvidias Cosmos 3, Isaac Sim und Isaac GR00T als Bausteine. Zu den Kunden zählen unter anderem die Coding-Plattform Cursor, das KI-Raumfahrt-Startup World Labs, der Zahlungsdienst Revolut und der E-Commerce-Riese Shopify.

Rekordquartal untermauert den Kurs

Die Fundamentaldaten untermauern die Begeisterung. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 684 Prozent auf 399 Millionen Dollar. Das KI-Cloud-Geschäft wuchs sogar um 841 Prozent. Die annualisierten wiederkehrenden Einnahmen (ARR) erreichten eine Laufrate von knapp zwei Milliarden Dollar.

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Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte von minus 106 Prozent im Vorjahr auf plus 32 Prozent. Das Management peilt für Jahresende eine ARR von sieben bis neun Milliarden Dollar an – ein Anstieg um 540 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unterzeichnete Verträge mit Meta und Microsoft über KI-Rechenzentrumskapazitäten haben ein Volumen von über 46 Milliarden Dollar.

Stromdeal löst Engpass

Im Mai sicherte sich Nebius die Energieversorgung für den US-Ausbau. Ein Vertrag mit Bloom Energy über den Einsatz von Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) soll hinter dem Stromzähler Strom für die KI-Cloud-Plattform liefern. Laut SEC-Einreichung hat der Deal einen Wert von 2,6 Milliarden Dollar. Das erste Projekt umfasst 328 Megawatt an einem nicht genannten Standort und soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen.

Die Auslieferung von Cloud-Kapazität an Meta und Microsoft beginnt planmäßig im dritten und vierten Quartal. Nebius erwartet für Ende 2026 eine vertraglich gesicherte Datencenter-Leistung von vier Gigawatt – deutlich mehr als die noch im Mai prognostizierten drei Gigawatt.

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Milliardenrisiko Kapitalbedarf

Die Ambitionen haben ihren Preis. Für 2026 prognostiziert das Management Investitionsausgaben von 20 bis 25 Milliarden Dollar. Nebius steht eine mehrjährige Phase negativer Cashflows bevor – finanziert durch Eigenkapital- und Schuldenaufnahmen.

Das Risiko ist hausgemacht: Der gesamte Schwung des Unternehmens beruht auf der aktuellen Knappheit an KI-Rechenleistung. Die Nachfrage wächst schneller, als Cloud-Anbieter bauen können. Doch das Geschäft ist extrem kapitalintensiv und kundenkonzentriert.

Analysten bleiben bullish

Sechzehn Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Kaufen“. Citigroup setzt ein Kursziel von 287 Dollar, Citizens JMP von 270 Dollar. Compass Point hob das Ziel auf 260 Dollar an, Goldman Sachs gab 205 Dollar bei einem „Buy“-Rating – der Umsatz habe die Konsenserwartung um sieben Prozent übertroffen.

Mit einem Kurs von rund 206 Euro liegt Nebius rund 15 Prozent unter dem Allzeithoch. Die Kombination aus Rekordquartal, Milliarden-Stromdeal und neuer KI-Plattform hat die Wachstumsstory neu geschrieben. Ob der Kurs dieses Niveau hält, hängt davon ab, ob das Unternehmen seine massive Auftragspipeline termingerecht und im Budgetrahmen in lieferbare Kapazitäten umsetzt.

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