Der KI-Infrastrukturanbieter Nebius Group befindet sich in einer entscheidenden Phase der Unternehmensentwicklung. Während massive Investitionen und strategische Zukäufe die Ambitionen unterstreichen, sorgten verfehlte Erwartungen im jüngsten Quartalsbericht zuletzt für Skepsis. Anleger wägen nun ab, ob die langfristigen Großaufträge die aktuellen Wachstumsschmerzen und hohen Kosten aufwiegen können.
Strategischer Wandel durch Zukauf
Im Fokus steht aktuell die Übernahme von Tavily für 275 Millionen Dollar. Mit diesem Schritt integriert Nebius spezialisierte Suchsoftware für KI-Agenten in seine Plattform. Dies markiert den strategischen Übergang vom reinen Vermieter von Rechenleistung (GPUs) hin zu einem breiter aufgestellten Cloud-Anbieter mit eigener Software-Tiefe. Ziel ist es, die Umsätze pro Kunde durch ein umfangreicheres Serviceangebot zu steigern.
Licht und Schatten bei den Zahlen
Die jüngsten Finanzergebnisse offenbarten jedoch Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zwar sprang der Umsatz im vierten Quartal um 547 Prozent auf 227,7 Millionen Dollar, verfehlte damit aber die Analystenschätzungen. Auch der Verlust pro Aktie fiel mit 0,69 Dollar höher aus als erwartet.
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Trotz dieser kurzfristigen Enttäuschung bestätigte das Management seine aggressive Wachstumsprognose. Für das laufende Jahr 2026 stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 3 und 3,4 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Kapazität der Rechenzentren soll sich von sieben Standorten im Jahr 2025 auf 16 Standorte im Jahr 2026 mehr als verdoppeln.
Partner Meta sorgt für Fantasie
Rückenwind erhält die Aktie durch die massiven Investitionspläne von Meta Platforms. Der Tech-Gigant plant Ausgaben von über 100 Milliarden Dollar, ein Großteil davon fließt in Nvidia-Systeme. Da Nebius bereits einen Fünf-Jahres-Vertrag über 3 Milliarden Dollar mit Meta abgeschlossen hat, profitiert das Unternehmen direkt von diesem Ausbau. Zusammen mit einem Großauftrag von Microsoft summiert sich der Auftragsbestand laut Analysten auf über 20 Milliarden Dollar.
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Um diese Nachfrage zu bedienen, plant Nebius für 2026 Sachinvestitionen zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar. Diese gewaltige Summe soll größtenteils durch Kundenanzahlungen finanziert werden, was das Unternehmen unabhängiger von klassischer Verschuldung macht als viele Wettbewerber.
Das sagen die Analysten
Die Stimmung an der Wall Street ist überwiegend positiv, aber nicht ungetrübt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 143 Dollar, was deutlich über dem aktuellen Kursniveau liegt. Häuser wie Compass Point sehen den Titel bei 150 Dollar. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen: Morningstar bewertet den fairen Wert lediglich mit 70 Dollar und warnt vor erheblichen Risiken bei der Umsetzung der Expansionspläne.
Mit einem riesigen Auftragsbuch und der Integration neuer Technologien ist das Fundament für 2026 gelegt. Der Erfolg hängt nun davon ab, ob das Management die gewaltigen Ausgabenpläne effizient umsetzen kann. Die nächsten Quartalszahlen am 29. April 2026 werden zeigen, ob der Graben zwischen Ambition und operativer Realität geschlossen werden kann.
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